Freitag, 29. Jänner 2010

Mensdorff-Pouilly in London festgenommen:
Waffenlobbyist bleibt vorerst hinter Gittern

  • profil: "Verabredung zur Korruption" vorgeworfen
  • Gericht entscheidet am 5. Februar über Enthaftung

Wie "profil online" exklusiv berichtet, muss der in London festgenommene Rüstungslobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly in Großbritannien mindestens eine Woche in Haft verbringen.

Eine Sprecherin der Anti-Korruptionsbehörde "Serious Fraud Office" (SFO) bestätigte gegenüber "profil", dass der Highbury Corner Magistrates Court erst am 5. Februar über eine Enthaftung entscheiden wird. Sollte Mensdorff an diesem Tag nicht freigehen, muss er sich auf weitere drei Wochen hinter Gittern einstellen - der folgende Haftprüfungstermin ist erst für 26. Februar angesetzt.

Die Vorwürfe gegen Mensdorff-Pouilly lauten auf "Verabredung zur Korruption". Laut SFO hat er "sich zwischen 1. Jänner 2002 und 31. Dezember 2008 mit anderen verschworen, Schmiergelder an unbekannte Amtspersonen und andere Vermittlern in ost- und mitteleuropäischen Länder zu übergeben oder der Übergabe zuzustimmen - darunter in der Tschechischen Republik, Ungarn und Österreich". Die Gelder seien als "Anreiz oder Belohnung" für den Abschluss von Verträgen zwischen den Regierungen dieser Länder und dem Rüstungskonzern BAE Systems zur Beschaffung von Militärflugzeugen des Typs Saab Gripen gewesen.

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29.1.2010 21:36