Alarmierende Gesundheitsstudie: Staat
lässt Österreichs Jugend einfach im Stich
- Beim Trinken und Rauchen sind wir Spitzenreiter
- Lange Wartezeiten bei Therapien & keine Reha-Plätze

·Erneuter Anlauf in Sachen Jugendschutz
Mitterlehner: Gesetz soll noch 2010 in Kraft treten
·Sie sind zu dick, rauchen und trinken
OECD: Österreichs Jugend lebt ungesund
Alkoholkonsum, Qualmen und Mobbing: Um unsere Jugend ist es nicht gerade rosig bestellt, wie ein erster Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Wien ergab. Bei der Präsentation der Studie regnete es scharfe Kritik am Gesundheitssystem inklusive den Versorgungsmöglichkeiten. Laut dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef liegt Österreich in einem Ranking von 21 Staaten nur an 14. Stelle, in einer Rangliste der OECD unter 30 Staaten sogar nur auf Platz 27.
Bei Tabak- und Alkoholmissbrauch sowie Mobbing in der Schule sei die Alpenrepublik traurige Spitze, hieß es bei der Pressekonferenz. Gesundheitsminister Stöger betonte hingegen bei einer anderen Pressekonferenz, dass Österreich eine gute Versorgung für Kinder und Jugendliche habe. Er setzte sich gegen die Kritik zur Wehr. Nachholbedarf und Verbesserungspotenzial in einzelnen Bereichen, wie im medizinischen Sektor, räumte er aber ein.
Kinder und Jugendliche kommen zu kurz
"Oft wird behauptet, Österreich habe das beste Gesundheitswesen der Welt. Allerdings gilt das nicht für den Bereich 'Kinder und Jugendliche'. Die Diskrepanz ist alarmierend und unverständlich", betonte Klaus Vavrik, Kinderarzt und Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit.
Lange Wartezeiten auf Therapien
Was der Experte mit Verweis auf den Bericht auflistete, hat es in sich: "Es gibt monatelange Wartezeiten auf Therapien. Es gibt Kontingentierungen. Es gibt in Österreich 7.000 Rehabilitationsplätze für Erwachsene, aber keine Spezialabteilung für Kinder." 100.000 Kinder würden in manifester Armut leben - für sie und viele andere wären Therapieangebote auf privater Basis oder mit zunehmenden Selbstbehalten unerreichbar. Vavrik: "In Deutschland sind alle Therapien für Kinder kostenlos."
Beim Rauchen - und einem Anteil der 15-Jährigen, die mindestens zweimal pro Woche zur Zigarette greifen, von 27 Prozent -, beim Alkohol - und einem Anteil der 13- bis 15-Jährigen, die schon mindestens zweimal betrunken waren -, und bei den Suiziden (9,5 pro 100.000 in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen) nimmt Österreich in einem OECD-Vergleich mit 30 Staaten jeweils eine Stellung in der vordersten Reihe ein, beim Rauchen die Spitzenstellung.
(apa/red)
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