Montag, 25. Jänner 2010

Österreichs Fußgänger als "Freiwild": Pro Jahr verunglücken mehr als 100 Personen

  • VCÖ: Jeder sechste Verkehrstote zu Fuß unterwegs
  • Senioren über 65 Jahre sind besonders betroffen

Während die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr seit Jahren langsam zurückgeht, stagniert jene der tödlich verunglückten Fußgänger auf hohem Niveau. Das Unfallrisiko für Österreichs Fußgänger sei zu hoch, mahnt der VCÖ. Jedes sechste Todesopfer sei ein Fußgänger, jeder zweite davon ist älter als 65 Jahre. Der VCÖ forderte mehr Gehwege und sogenannte Begegnungszonen entlang von Freilandstraßen.

"Nach wie vor verunglücken mehr als 100 Fußgänger pro Jahr tödlich. Für die Verkehrssicherheit der Fußgänger wird zu wenig getan", betonte Martin Blum vom Club. Mehr als 50 Prozent der Todesopfer waren älter als 65 Jahre, mehr als 30 Prozent älter als 75. "Unser Verkehrssystem ist nicht seniorengerecht", kritisierte Blum.

Auch Schutzwege schützen nicht
Hoch ist laut VCÖ auch die Zahl Unfälle mit tödlichem Ausgang, die sich auf Schutzwegen ereignen: 19 Personen haben im Vorjahr beim Überqueren eines Zebrastreifens ihr Leben verloren.

VCÖ fordert Begegnungszonen
Der VCÖ spricht sich für die Umsetzung von Begegnungszonen in Österreich aus. In diesen gelten nur drei Verkehrsregeln: Tempolimit 20, Fußgänger haben Vorrang und das Parken von Autos ist nur auf wenigen, markierten Flächen erlaubt. In der Schweiz gebe es bereits mehr als 200 Begegnungszonen - derartige Projekte haben auch Belgien, Deutschland und Frankreich umgesetzt.

Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger der vergangenen Jahre (in Klammer Anteil an den Verkehrstoten insgesamt):

Jahr 2009: 103 (16,3 Prozent)
Jahr 2008: 102 (15 Prozent)
Jahr 2007: 108 (15,6 Prozent)
Jahr 2006: 110 (15,1 Prozent)
Jahr 2005: 97 (12,6 Prozent)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

(apa/red)

25.1.2010 15:26
MyHomebound, 27. 01. '10 10:11
Wundert mich nicht
Wenn ich sehe, wie z.B. auf der B17 durch Traiskirchen nach jedem schwerwiegenden Unfall bei den diversen Kreuzungen ein Fussgeher-Übergang mit Ampelschaltung (bei Bedarf von Fussgeher mit Knopfdruck zu betätigen) gemacht wird und die Leute sich nicht mal die Zeit nehmen, die Ampel zu drücken, sondern einfach einige Meter neben dem Zebrastreifen und noch dazu SCHRÄG über die Fahrbahn rennen - wundert mich nichts mehr.Mütter lassen vor den Schulen die Kinder vor dem Auto über die Fahrbahn rennen - neben dem Zebrastreifen..... Es ist nic ht gerecht, immer nur die Autofahrer mit Tempolimits und Geld zu bestrafen, wenn die Fussgeher KEINE EIGEN VERANTWORTUNG zeigen.
Marc99, 25. 01. '10 19:12
Kein Verkehrsteilnehmer kann so schnell reagieren wie ein Fußgänger
Und da das die Mitarbeiter vom VCÖ nicht kapieren frage ich mich wie weit deren Verstand reicht.
- ein Fußgänger hat den kürzesten Bremsweg
- ein Fußgänger sieht den Kraftfahrer um ein Vielfaches früher als umgekehrt (gerade bei Nacht)
- ein Fußgänger belastet die Umwelt nicht durch erhöhten CO2-Ausstoß beim bremsen und wiederbeschleunigen
Aber alle unsere Gesetze werden völlig konträr zu diesen Fakten gemacht und der VCÖ ist daran maßgeblich beteiligt!
Hausverstand, 25. 01. '10 16:14
Vorrang am Schutzweg??
Mir passiert es sehr oft, dass Personen beim Schutzweg stehen ohne diesen überqueren zu wollen. Bleibt man dann stehen, wird man weiter gewunken. Es sind speziell die Älteren, die vor dem Queren der Straße nach links und rechts schauen und stehen bleiben, wenn sie sich nicht sicher sind. Die Jugendlichen laufen gedankenverloren durch die Straßen. Treten ohne sich nur einen Augenblick um den Verkehr zu kümmern auf die Straße. Am Schutzweg sind sie zwar im Recht, aber das nützt ihnen auch nichts, wenn sie schwer verletzt oder gar getötet werden. Meiner Tochter habe ich immer wieder erklärt, dass sie auf den Verkehr achten muss und das man als Fußgänger schneller stehen bleiben kann als ein Auto ist auch klar. Als Fußgeher verzichte ich lieber auf den Vorrang als auf meine Gesundheit.
smoka, 25. 01. '10 15:35
" Freiwild " ???
Wenn man solche Gesetze macht, ist es kein Wunder, daß es soviele Unfälle mit Fußgängern gibt.
So wird ja erklärt, daß der Fußgänger am Schutzweg immer Vorrang hat. Da geht man ohne zu achten ( Wetterverhältnisse usw. ) auf die Straße und erzwingt sich den Vorrang.
Ich habe es selbst erlebt, das ein Mann mit einem Kind bewußt, unmittelbar vor meinem Auto, auf den Schutzweg ging und hönisch lächelte. Es war 10 h am Abend und ich war auch nur das einzige Auto. Es wäre sicherlich klüger gewesen dem Kind zu sagen, daß man lieber aufpassen soll und auch einmal auf sein " erklärtes Recht " verzichten kann. Oder nicht ????
So aber wird es zur Gewohnheit und auch bei Straßenübergang ohne Schutzweg genauso vorgegangen.
Bumser001, 25. 01. '10 15:33
Der VCÖ....
Dieser unnötige Verein verschweigt aber, wieviel Prozent davon die Fußgänger selbst Schuld sind, durch Unachtsamkeit, Telefonieren, Musik im Ohr, usw.