Fette Boni für ÖBB-Manager: Lopatka
kritisiert Zuschüsse bei der Bahn massiv
- Trotz Konzernverlust wurden die Manager belohnt
- ÖBB verteidigt Boni: "Guter Leistungsanreiz"

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Finanzstaatssekretär Lopatka attackiert die ÖBB wegen angeblich zu hoher Bonuszahlungen für Bahn-Manager. Trotz eines Verlustes 2008 von 966 Millionen Euro hätten diese 2009 zu deren Grundgehalt 50 Prozent zusätzlich erhalten. Damit hätten 15 ÖBB-Manager mehr verdient als der Bundeskanzler, rechnete Lopatka vor. ÖBB-Aufsichtsratsvorsitzender Pöchhacker wies die Kritik zurück.
Der ÖBB-Jahresabschluss für 2009 liege zwar noch nicht vor, aber auch 2009 "waren sieben Milliarden an öffentlichen Geldern als Zuschuss notwendig", so Lopatka im "Kurier". "Diese Bonuszahlungen bei ÖBB-Managern haben mit Leistung und Erfolgen nichts zu tun." Infrastrukturministerin Bures müsse nun auf den Aufsichtsrat einwirken, die Bonuszahlungen bei neuen Vorstandsmitgliedern unmöglich zu machen.
Dem ÖBB-Management wirft Lopatka vor, den Personalstand des Unternehmens zu verschleiern. Mit temporären Entlassungen hätten die ÖBB getrachtet, zum Bilanzstichtag einen geringeren Personalstand vorweisen zu können. "Das ist ein Widerspruch zum Regierungsprogramm, in dem steht, dass die ÖBB ihre Produktivität massiv erhöhen und den Personalstand verringern müssen", so Lopatka.
ÖBB rechtfertigt Boni
Pöchhacker wies die "undifferenzierte Kritik" zurück. "Die ÖBB befinden sich in einer umfassenden Reorganisation, um die Fehler der Bundesbahnreform von 2004 zu bereinigen." Das aktuelle Management im gesamten Konzern habe wichtige Schritte zur Sanierung der Unternehmensfinanzen gesetzt. Pöchhacker rechtfertigte auch die Bonus-Zahlungen: "Es geht zuallererst um professionelles, ergebnisorientiertes und erfolgreiches Management. Boni sind dafür ein guter Leistungsanreiz und ein gutes Steuerungsinstrument - wenn sie, wie bei den ÖBB, auf ganz klar festgelegten und messbaren Zielvorgaben beruhen."
(apa/red)
