Globale Konjunktur hat Anlaufprobleme:
Weltwirtschaft erholt sich nur langsam
- "Konsequenzen der Krise noch zehn Jahre spürbar"
- Weltbank dämpft Wachstumsprognosen für 2010

Die Weltwirtschaft erholt sich von der Krise langsamer als gedacht. In ihrer "Globalen Wirtschaftsprognose 2010" dämpft die Weltbank die Hoffnung auf ein rasches Wachstum. Die Konsequenzen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise werden demnach voraussichtlich noch in den nächsten zehn Jahren zu spüren sein. Das Bruttonationaleinkommen steigt nach den neuen Berechnungen weltweit in diesem Jahr um 2,7 Prozent und 2011 um 3,2 Prozent.
Während sich der Aufschwung in den Entwicklungsländern stabil fortsetze - mit 5,2 Prozent in diesem und 5,8 Prozent im kommenden Jahr - steige das Bruttonationaleinkommen in den Industrieländern nach den Prognosen dieses Jahr lediglich um 1,8 Prozent und 2011 voraussichtlich um 2,3 Prozent. Es war im vergangenen Jahr infolge der Krise um 3,3 Prozent geschrumpft. Das Welthandelsvolumen wird nach den neuen Schätzungen in diesem Jahr um 4,3 Prozent zulegen, nachdem es 2009 rapide abgenommen hatte, nämlich um 14,4 Prozent.
"Wir können nach dieser tiefen und schmerzlichen Krise keine Gesundung über Nacht erwarten", sagte Weltbank-Chefökonom, Justin Lin. "Es wird viele Jahre dauern, bis die Wirtschaften wiederaufgebaut und Jobs geschaffen werden. Die Armen zahlen die Zeche.".
Optimistischer hatte davor die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) geklungen. Die Weltwirtschaft erhole sich deutlich schneller als bisher erwartet, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Die globale Wirtschaftsleistung werde 2010 wahrscheinlich um mehr als drei Prozent zunehmen und damit die bisherige IWF-Prognose übertreffen. Die Erholung sei jedoch noch unausgewogen. Besonders gut sei der Ausblick für viele Schwellenländer, während die Erholung in den Industrienationen langsamer vorankomme und abhängig von staatlichen Konjunkturprogrammen bleibe, sagte Strauss-Kahn.
(apa/red)

