Dienstag, 19. Jänner 2010

"Uns wird man allen ins Tascherl greifen":
Leitl warnt vor massiven Steuererhöhungen

  • Bürokratie- und Pensionsreform einzige Alternative
  • Scharfe Kritik auch an Krisenbewältigung Europas

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl geht davon aus, dass es zur Bewältigung des im Zuge der Finanzkrise zusätzlich angehäuften Staatsschuldenberges zu Steuererhöhung auf breiter Front kommen könnte. "Jeder wird dran kommen, uns wird man allen ins Tascherl greifen", sagte Leitl in Wien. Mit einer "kleinen Vermögenssteuer" könnten die gewaltigen Staatsschulden, die von 60 auf 80 Prozent des BIP steigen werden, nicht zurückgeführt werden. Leitl erwartet Erhöhungen auch bei Mehrwertsteuer, Lohn- und Einkommenssteuer.

Als Alternative zu den drohenden Steuererhöhung seien dringend notwendige Hausaufgaben zu machen. Dazu zählen für Leitl eine Systemerneuerung und Bürokratiereform sowie die Pensionsreform. Die Weichen dafür müssten bereits in diesem Jahr gestellt werden, damit - wie Finanzminster Josef Pröll angekündigt habe - ab 2013 mit dem Abbau der Staatsverschuldung begonnen werden könne.

Leitl ortet Einsparungspotenziale von über 10 Mrd. Euro. Allein die Pensionsreform birgt laut Leitl Einsparungspotenziale in Höhe von 5 Mrd. Euro, 3,5 Mrd. Euro könnten durch die Reform der staatlichen Verwaltung, 2 Mrd. Euro bei der Verwaltung der Krankenanstalten und 1 Mrd. Euro in der Schulverwaltung eingespart werden. Ziel sei es nicht, Länder oder Gemeinden abzuschaffen, "das wäre nicht gescheit", sondern die Kooperation über die Länder und Gemeinden hinweg zu verbessern und bei Dienstleistungen wie Spitälern zusammenzuarbeiten.

Neue Anreize braucht das Land
Zusätzlich benötige Österreich wirtschaftliche Impulse. Mit dem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent für 2010 könne man nicht zufrieden sein, da damit weiterhin die Gefahr steigender Arbeitslosigkeit bestehe. Aus den 1 Prozent müssten 2 Prozent gemacht werden. Ankurbeln will Leitl die Wirtschaft über die Förderung von thermischer Sanierung, einen Handwerker-Bonus, Investitionsanreize und Export-Initiativen. Allein wenn es zu keinem Zuwachs bei den Arbeitslosen kommt, würde dem Staat sehr viel ersparen.

Die aktuelle Reise von Bundespräsident Heinz Fischer nach China werde nicht die letzte sein, meinte der WK-Präsident. Auch er werde heuer noch dorthin reisen. Leitl wies auf die durch das Reich der Mitte verschobenen weltwirtschaftlichen Gewichte hin: Erst jüngst habe China Deutschland als Exportweltmeister überholt und Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft verdrängt. Gleichzeitig halte das Land mit 2.000 Mrd. Dollar Devisenreserven sowohl die USA als auch die Weltwährung in der Hand.

Scharfe Kritik an Krisenbewältigung Europas
Aus der Finanzkrise sei bisher nichts gelernt worden. Auch Europa habe hier versagt. "Jemand muss die Initiative übernehmen", fordert Leitl. Bei den G-20 sei dies aber sehr mühsam, diese stünden selbst unter massivem Interesse von Finanzlobbyisten. Regierungen - auch jene des US-Präsidenten Barack Obama - seien teils machtlos. Der Politik müsse es gelingen, einen globalen Rahmen für eine soziale Marktwirtschaft zu schaffen. Wenn die Verschuldung weiter steige, würden die Länder nicht mehr gegensteuern können, warnt Leitl. Notwendig seien Regelungen und Kontrollen, um wieder mehr Vertrauen ins Finanzsystem zu schaffen. (apa/red)

19.1.2010 09:33
sidestep, 19. 01. '10 18:57
Uns wird man allen noch ins Tascherl greifen!
Fragt sich nur - Herr Präsident Leitl - wenn es mehr weh tun wird - der Tascherlgriff meine ich. Ich fürchte Ihnen als alter Ämterkumulierer und daher Mehrfachverdiener überhaupt nicht und uns allen sehr wohl!
Vasant, 19. 01. '10 10:04
Das ist nur eine Frage der Zeit ...
ist doch eh klar, dass es Steuererhöhungen geben muss,
nachdem unsere tollen Politiker das Geld zum Fenster bzw.
aus Österreich (nach Brüssel) werfen und für hirnlose und
nicht nachvollziehbare Projekte ausgeben.

Nun braucht man wieder Geld um in Brüssel gut
dazustehen bzw. um weitere wahnwitzige Dinge
zu finanzieren und das ist es logisch, dass nun
diejenigen die wirklich arbeiten dafür bezahlen
müßen!

Wenn es neue Steuern gibt, dann müßen wir aber
auch die überbezahlten Gehälter aller Politiker nun
drastisch kürzen, weil JEDER muss nun etwas
beisteuern, nicht nur die wirklich hart arbeitenden
Menschen, sondern auch die faulen!!!!


Meine Meinung!
antikapitalist, 19. 01. '10 10:00
verbrecher bleibt verbrecher,
das gilt auchs fürs leitlburli!! anstatt zu reGIERen solls auch dieses ......... mal mit arbeit versuchen!!
sidestep, 19. 01. '10 09:05
Jaaa, wenn da nicht...
...ausschließlich Interessen der Unternehmer mit diesen Ansichten vertreten werden würden. Leitl ist ein blitzgescheiter Politiker aber wenn er im Zweifelsfalle bei den zu beschließenden Sanierungsmaßnahmen darüber entscheiden müsste ob eine Maßnahme sozial für den Bürger und gegen die Unternehmer entschieden werde muss, dann würde er sich nicht für den Bürger entscheiden. Dies steht für mich fest!
antikapitalist, 19. 01. '10 09:02
FÜR MICH PERSÖNLICH BEDEUTET DAS:
BEENDIGUNG DER STEUERPFLICHTIGEN ARBEIT,PFUSCHEN-PFUSCHEN-UND NOCH MAL PFUSCHEN!!UND JEDER DER DIE SCHULDEN DER WIRTSCHAFTS, POLIT UND BANKVERBRECHER MITBEZAHLT BRAUCHT NICHT ZU SUDERN,ER IST SELBST SCHULD!!! JE FRÜHER DIESES MENSCHENVERACHTENDE,KORRUPTE UND KRANKE SYSTEM ZERBRICHT UND DEN BACH RUNTERGEHT,DESTO BESSER!!!DARUM,LIEBE LEUTE: ""AN DIE ARBEIT""( ABER INS EIGENE BÖRSERL)!!!!!!!!
iml7011, 19. 01. '10 10:11
Re: FÜR MICH PERSÖNLICH BEDEUTET DAS:
RICHTIG !!

dazu ein Zitat von Konrad Adenauer

"Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass Sie es von anderen haben wollen."
antikapitalist, 19. 01. '10 12:10
Re: FÜR MICH PERSÖNLICH BEDEUTET DAS:
nicht nur die sozialisten,sondern ausnahmslos das ganze polit, wirtschafts und bankgesindel!!!!!!