Mittwoch, 27. Jänner 2010

23. Major-Semi in Folge: Roger Federer marschiert wieder einmal ins Halbfinale

  • Schweizer hofft auf vierten Melbourne-Titel
  • Nächster Gegner heißt Jo-Wilfried Tsonga

Roger Federer hat sich bei den Australian Open zum 23. Mal in Folge für das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert. Der Weltranglisten-Erste überstand einen 2:6,1:3-Rückstand gegen einen zu Beginn besonders starken Nikolaj Dawydenko (RUS) und setzte sich letztlich mit 2:6,6:3,6:0,7:5 noch recht sicher durch. Nächster Gegner ist der Franzose Jo-Wilfried Tsonga.

Federer war aufgrund des Rückstands nicht sonderlich beunruhigt. "Ich habe schon oft gegen ihn gespielt und ich weiß, dass er manchmal extrem starke Phasen hat", meinte Federer bei einem Interview noch auf dem Platz. Er habe aber auch gewusst, dass Dawydenko nicht drei oder vier Sätze so durchspielen könne. Als Dawydenko im zweiten Satz vier Chancen auf ein zweites Break nicht nützen konnte, spürte Federer sofort den Wechsel im Momentum und eine halbe Stunde später hatte er mit 13 Games in Folge eine 2:0-Führung im vierten Satz hergestellt.

Dawydenko verlängerte danach das Match noch, wehrte einen Matchball ab und glich auf 5:5 aus. "Ich wollte ihn fast fragen 'warum jetzt?' Er hätte diese Bälle doch spielen können, als es nicht so wichtig war", scherzte Federer danach. Der Schweizer beendete damit die 12 Siege andauernde Serie des Russen, zwei davon waren auch gegen ihn selbst.

23. Semifinale in Folge
Dafür hat der Top-Favorit seine eigene, fast schon unglaubliche Serie von nun 23 ununterbrochenen Halbfinal-Teilnahmen bei den Grand-Slam-Turnieren fortgesetzt. Seit dem Drittrunden-Aus bei den French Open 2004 ist der Eidgenosse bei jedem der vier Majors zumindest in der Vorschlussrunde gestanden.

Will er Major-Titel Nummer 16 in Melbourne holen, fehlen ihm noch zwei Hürden. Es wäre nach 2004, 2006 und 2007 der vierte Australian-Open-Titel für den 28-Jährigen, der im Vorjahr Rafael Nadal im Endspiel in fünf Sätzen unterlegen war und 2008 im Halbfinale an Djokovic gescheitert war.

Tsonga schlägt Djokovic
Am Schauplatz seines bisher größten Grand-Slam-Erfolgs, dem Finaleinzug 2008, hat Jo-Wilfried Tsonga das Halbfinale komplettiert. Der als Nummer 10 gesetzte Franzose rang die Nummer 3, Novak Djokovic mit 7:6(8),6:7(5),1:6,6:3,6:1 nieder und sicherte sich in der Wiederholung des 2008er-Finales von Melbourne sein insgesamt drittes Duell mit Federer.

Tsonga ist ein Spezialist für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres, denn bei keinem anderen der vier Großen hat er es weiter als bis ins Achtelfinale gebracht. Mit seiner mitreißenden Körpersprache hatte er das Publikum wieder einmal auf seine Seite gebracht und er hofft, zumindest teilweise, auch für den Schlager gegen Federer darauf. "Ich hoffe, ein paar Leute werden auch mich wieder unterstützen", meinte Tsonga noch auf dem Platz, wohl wissend, dass Federer beim Publikum freilich noch mehr Sympathien hat.

(apa/red)

27.1.2010 15:47