Dienstag, 19. Jänner 2010

Österreich verpasst Handballsensation:
Herren unterliegen bei EM Dänemark knapp

  • Handballer können bei 29:33 lange dagegen halten
  • Spielentscheidung fiel erst in der zweiten Hälfte

Blamiert haben sich Österreichs Handballer zum Auftakt der Heim-Europameisterschaft keinesfalls, zu einer Sensation gegen Titelverteidiger Dänemark hat es aber auch nicht gereicht. Im ersten Match der Gruppe B in Linz unterlag die ÖHB-Auswahl den Dänen nach guter Leistung 29:33 (15:17). Bei den von Dagur Sigurdsson betreuten Hausherren überzeugten vor allem Vitas Ziura (7 Tore), Robert Weber (6) und Patrick Fölser (5).

Im zweiten Dienstag-Match der Gruppe B treffen um 20.15 Uhr Island und Serbien aufeinander. Am Donnerstag stehen die Paarungen Österreich gegen Island (18.00 Uhr), die Heimat von Teamchef Dagur Sigurdsson, und Serbien gegen Dänemark (20.15 Uhr) auf dem Programm. Die Top-Drei erreichen die Zwischenrunde.

Sechs der sieben Spieler in der Startaufstellung von Sigurdsson waren Legionäre, nur Roland Schlinger (Bregenz) ist in der heimischen HLA engagiert. Auf den Flügelpositionen begannen Konrad Wilczynski (links) und Robert Weber (rechts), im Rückraum Kapitän Viktor Szilagyi (links), Vitas Ziura (Mitte) und Roland Schlinger (rechts), am Kreis startete Markus Wagesreiter und im Tor Nikola Marinovic.

Während das Publikum aufgrund von Problemen bei den Ticketkontrollen erst nach und nach in die zu Beginn halbleere Halle strömte, waren Österreichs Spieler vom Anpfiff weg hellwach. Ausgerechnet Dänemark-Gastarbeiter Ziura, der bei Viborg sein Geld verdient, sorgte in der 5. Minute für die erstmalige Führung der Österreicher (3:2). Dänemark brauchte ein wenig, um Herr der Lage zu werden, ab dem 8:6 durch Flügelroutinier Lars Christiansen (295. Länderspiel) war man das dann wieder halbwegs.

Österreich hält lange dagegen
Doch die Österreicher, in deren Tor Marinovic lange Anlaufzeit brauchte und Wilczynski ein Totalausfall war, ließen sich angetrieben von Ziura und Weber nicht abschütteln, glichen in der 22. Minute durch Schlinger wieder aus (12:12) und gingen mit dem respektablen Rückstand von zwei Treffern (15:17) in die Kabine, in der sie die Pausenshow von DJ Ötzi versäumten, der die Turnierhymne "Sweet Caroline" zum Besten gab.

Sigurdsson nützte die Zeit, um sein Team auf die zweiten 30 Minuten einzuschwören. Denn die Chance auf die Sensation lebte weiter, Weber glich zum 17:17 aus (33.). Dänemark war wie erwartet im ersten Turniermatch noch nicht so richtig auf Betriebstemperatur, profitierte jedoch dann von einigen technischen Fehlern, um sich den schließlich entscheidenden Vorsprung zum 24:20 herauszuschießen (42.).

Österreich kam nur mehr einmal auf zwei Tore heran (24:26/48.), ansonsten spielten die Dänen den Sieg souverän nach Hause. Die Österreicher mussten sich damit trösten, trotz der Niederlage im Gegensatz zum jüngsten Test gegen die Dänen (22:39) gut mitgehalten zu haben. Genau dieses Schicksal hatten sie sich jedoch eigentlich ersparen wollen.
(apa/red)

19.1.2010 21:42