Zum Ärger der Innenministerin: Pyrotechnik-
Gesetz in Kitzbühel nur Schall und Rauch
Seit 1. Jänner 2010 gilt in Österreich das neue Pyrotechnikgesetz. Es untersagt unter anderem das Zünden von Bengalischen Feuern bei Sportveranstaltungen. Die Rauchschwaden und brennenden Fackeln bei den Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel wird Innenministerin Maria Fekter nicht gerne gesehen haben.
Kitzbühel kann als der erste, nicht ganz gelungene Härtetest für das kürzlich beschlossene Gesetz betrachtet werden. Zwar ist die neue Verordnung ganz bewusst mit Hauptaugenmerk auf den Fußball ausgerichtet, aber auch Events mit großen Menschenansammlungen sind darin enthalten.
Wer Gegenstände, die Rauch, Nebel oder eine Reizwirkung verursachen, auf Sportstätten mitnimmt und in Brand setzt, muss mit saftigen Strafen bis zu 4.360 Euro und Betretungsverboten rechnen. Wenn man erwischt wird. Logisch, dass hier der Hund begraben ist.
Es war zu erwarten, dass das Pyrotechnik-Gesetz nicht allerorts lückenlos umsetzbar sein würde. Bei einer Veranstaltung wie in "Kitz", bei der sich Zehntausende Menschen auf weitläufigem Gelände bewegen, ist eine nahtlose Überwachung und Exekution trotz Sicherheitskontrollen nicht möglich. Der Schutz der Masse bietet Anonymität. Nicht nur beim Zünden von Bengalen. Auch der süße Duft illegalen Drogenkonsums zog im Zielgelände unerlaubter Weise über so manchen Kopf hinweg. Gesetze sind eben manchmal nur Schall und Rauch.
Gernot Ebner
