Montag, 29. November 2010

Cuche ist der Herr des Hahnenkamms: Schweizer holt Speed-Doppel auf der Streif!

  • Kein Sieg für Österreich bei Rennen in Kitzbühel
  • Neureuther holt Slalom, Kostelic gewinnt Kombi

Kein Sieg für Österreich bei den prestigeträchtigen Hahnenkamm-Skirennen in Kitzbühel: In Super-G und Abfahrt triumphiert der Schweizer Didier Cuche, der Deutsche Felix Neureuther gewinnt den Slalom, die Kombination geht an den Kroaten Ivica Kostelic.

Während der Schweizer Oldboy Didier Cuche 24 Stunden nach dem Super-G 0,28 Sek. vor dem Slowenen Andrej Sporn und 0,39 vor dem Südtiroler Werner Heel auch den Abfahrts-Klassiker vom Hahnenkamm gewann, gab es für die ÖSV-Abfahrer nicht einmal einen Podestplatz. Bester war Mario Scheiber als Vierter. Hans Grugger (6.) und Romed Baumann (11.) waren die weiteren Lichtblicke, Michael Walchhofer stürzte hingegen schwer.

Eine Riesenenttäuschung also für Österreichs Speed-Truppe, die damit von den letzten 21 Abfahrten seit Dezember 2007 nur zwei gewonnen hat und wie zuletzt vor 18 Jahren ohne Saisonsieg zu Olympia kommt. Dabei schien alles angerichtet für einen Festtag in Rot-Weiß-Rot. Zehntausende Zuschauer stürmten unter blitzblauem Himmel den Hahnenkamm, auf dem am Vortag Michael Walchhofer und Georg Streitberger hinter Cuche noch auf das Super-G-Podest gerast waren.

Schrecksekunde am Hausberg
Doch statt des erhofften Triumphes gab es zunächst sogar einen Riesenschreck. ÖSV-Topmann Walchhofer kam am Hausberg nach einem Sprung bei über 100 km/h böse zu Sturz und flog ins Sicherheitsnetz. Der Salzburger fuhr dann zwar selbst ins Ziel, klagte dort aber über Knie- und Brustschmerzen. Klaus Kröll (27.) kam im Gegensatz zu Grugger schwer abgeschlagen ins Ziel. Damit war bald klar, das nur noch "Comeback-Kid" Scheiber Österreichs Ehre retten kann.

Und der Osttiroler ließ sich trotz der ungünstigen Startnummer 30 nicht lumpen, raste trotz bereits schlechterer Sicht nur um 12 Hundertstel am Podest vorbei. "Ich habe am Start gewusst, dass ich die letzte Hoffnung bin. Ich bin trotzdem zufrieden, weil ich weiß, wo ich die Zeit verloren habe, und es zudem ja noch immer meine Comeback-Saison ist", erklärte Scheiber, der vor seiner Fahrt an Stephan Eberharter und dessen Siegesfahrt mit Nummer 30 gedacht hatte. Cuche könne man nur gratulieren, so Scheiber.

(apa/red)

29.11.2010 11:37