Zwischen Höllenritt und Ballermann-Hits: Kitzbühel & das Ärgernis der Event-Unkultur
Kennen Sie das Gefühl, nicht am richtigen Ort zu sein? Wenn dem so ist, wissen Sie, wie es dem Schreiber dieser Zeilen gerade geht. Hier in Kitzbühel, dem Nabel des Skirennsports. Hier gilt es, die Faszination Streif zu erleben. Den Reiz des Elementaren.
Doch irgendwie ist es nicht so, wie ich es mir in meiner Erwartung im Kopf zusammengezimmert habe. Es muss an dieser Event-Unkultur liegen, die mir die Laune verdirbt. An den Apres-Ski- und Ballermann-Hits zum Beispiel, die im Zielraum gnadenlos und unaufhörlich aus den Boxen schallen. Zur Unterhaltung der Zuschauer - versteht sich. Als ob der gnadenlose Kampf Mann gegen Berg, der sich wenige Meter vor den eigenen Augen abspielt, nicht ausreichen würde, um gefesselt zu sein von dem Schauspiel der Helden auf zwei Brettern. Wer dabei sein will, wird massenanimiert. Rücksichtslos.
Nein, das ist nichts für mich, denke ich mir. Deswegen bin ich nicht hier. Noch bevor ich meinen Gedanken zu Ende führe, rast Michael Walchhofer über die Traverse, stürzt sich halsbrecherisch den Zielhang hinab und fährt als zwischenzeitlich Führender ins Ziel. Jubel brandet auf. Sein kurzer Höllenritt reicht, um mir schließlich doch noch eine Gänsehaut zu verpassen.
NEWS.at-Sportredakteur Gernot Ebner berichtet an allen drei Tagen direkt vom Weltcup-Highlight in Kitzbühel!
