Haitianische Kinder einfach verschwunden:
UNICEF befürchtet aktive Menschenhändler
- "Netzwerke treten bei Katastrophe sofort in Aktion"
- Kinderhilfswerk fordert Aussetzung von Adoptionen
·Auszug aus dem
Chaos der Hilfslager
BILDER: Knapp 400.000
Menschen umgesiedelt
·Wahnsinn rund um
den Haiti-Wahnsinn
Kreuzfahrt mitten ins Erdbebengebiet gefällig?
·400.000 Überlebende
stehen vor Umsiedlung
Seuchengefahr bedroht hunderte Zeltcamps
·Kleine Wunder im
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·Wo wird die Erde
als nächstes beben?
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Katastrophen-Hotspots
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österreichische Hilfsaktion
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CNN-VIDEO: Wunder inmitten des Grauens

In Haiti drohen schutzlose Waisenkinder Opfer von Menschenhändlern zu werden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF sprach in Genf von 15 Kindern, die bereits aus Krankenhäusern "verschwunden" seien. Da Menschenhändler nach Naturkatastrophen umgehend aktiv würden, sollten Adoptionen von haitianischen Buben und Mädchen weltweit ausgesetzt werden, verlangte UNICEF.
"Wir haben derzeit Informationen über ungefähr 15 Kinder, die aus Krankenhäusern verschwunden sind, und zwar mit Menschen, die nicht zu ihrer Familie gehören", sagte UNICEF-Vertreter Jean-Luc Legrand vor Journalisten in Genf. Menschenhandel habe in Haiti schon vor der Erdbebenkatastrophe der vergangenen Woche existiert. "Diese Menschenhändler stehen mit dem internationalen Adoptionsmarkt in Verbindung", warnte der UNICEF-Mitarbeiter.
Es habe bereits eine ähnliche Situation nach dem Tsunami Ende 2004 in Asien gegeben. "Diese Netzwerke treten bei einer Katastrophe sofort in Aktion und nutzen die Schwäche des Staates und die schlechte Koordination der Handelnden an Ort und Stelle, um Kinder zu entführen und außer Landes zu bringen", sagte Legrand.
Aussetzung von Adoptionen verlangt
Wegen dieser Erfahrung hatte die UNICEF bereits am Donnerstagabend eine Aussetzung jeglicher Adoptionen für haitianische Kinder verlangt. Während diejenigen, bei denen die Formalitäten schon vor dem Erdbeben weitgehend abgeschlossen waren, schnell ausreisen sollten, müsse für alle anderen besondere Sorge getragen werden. "Es werden alle Anstrengungen unternommen, um diese Kinder mit ihren Familien zusammenzuführen. Erst wenn sich das als unmöglich erweist, und wenn jeder einzelne Fall sorgfältig geprüft wurde, sollten die Behörden andere dauerhafte Lösungen wie Adoption ins Auge fassen", erklärte UNICEF-Generaldirektorin Ann Veneman in Paris.
In Haiti, wo Zehntausende bei dem verheerenden Erdbeben vom 12. Jänner ums Leben kamen und Millionen obdachlos sind, wurden laut UNICEF Aufnahmezentren für rund 900 Kinder eingerichtet, wo diese medizinisch versorgt, ernährt und psychologisch betreut werden. "UNICEF-Mitarbeiter suchen in Kinderheimen, Schulen, Lazaretten, Krankenhäusern und Notunterkünften nach unbegleiteten Kindern", teilte das Hilfswerk am Freitag mit. Für Kleinkinder unter fünf Jahren würden an verschiedenen Stellen Schutzzonen eingerichtet. Es bestehe außerdem die Sorge, dass wegen der akuten Überlastung bereits Kinder aus Lazaretten entlassen wurden, obwohl keine Angehörigen sich um sie kümmern können.
(apa/red)
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