Der Wahnsinn rund um den Haiti-Wahnsinn:
Kreuzfahrt ins Katastrophengebiet gefällig?
- Reederei: "Perfekter Ort zum Relaxen & Spaß haben"
- Sicherheitskräfte schotten den gepachteten Strand ab
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Kreuzfahrt ins haitianische Katastrophengebiet gefällig? Was nach einem richtig schlechten Witz klingt, kann bei den Royal Carribean International (RCI) Realität werden. Denn bei der US-Reederei wird die Karibikinsel trotz gigantischer Naturkatastrophe weiterhin angesteuert. Und damit die gut betuchten Touristen auch ja nichts vom Leid und Elend der Bewohner mitbekommen, wird der gepachtete Strand mit einem hohen Zaun und bewaffneten Sicherheitskräften abgeschottet.
An der vom Erdbeben weitgehend verschont gebliebenen Nordküste der Insel ist die Welt noch in Ordnung. Wöchentlich steuern Luxuskreuzer diese Destination an, denn dies, so verspricht RCI, sei der "perfekte Ort zum Relaxen und Spaß haben". Wen interessiert denn da noch die Kehrseite der Medaille, auf der bis zu 200.000 Menschen ums Leben kamen, 250.000 verletzt wurden und rund zwei Millionen obdachlos geworden sind?
Das Unternehmen selbst rechtfertigt die Fortsetzung der Haiti-Kreuzfahrten und hebt den ökonomischen Aspekt hervor. Der Präsident von RCI, Adam Goldstein, schrieb am Montagabend in seinem Internet-Blog (www.nationofwhynot.com/blog): "Auf die Insel zu kommen und die Wirtschaft anzukurbeln (...) hilft, wegzubleiben hilft nicht."
(apa/red)
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