Donnerstag, 21. Jänner 2010

Der Wahnsinn rund um den Haiti-Wahnsinn:
Kreuzfahrt ins Katastrophengebiet gefällig?

  • Reederei: "Perfekter Ort zum Relaxen & Spaß haben"
  • Sicherheitskräfte schotten den gepachteten Strand ab

Kreuzfahrt ins haitianische Katastrophengebiet gefällig? Was nach einem richtig schlechten Witz klingt, kann bei den Royal Carribean International (RCI) Realität werden. Denn bei der US-Reederei wird die Karibikinsel trotz gigantischer Naturkatastrophe weiterhin angesteuert. Und damit die gut betuchten Touristen auch ja nichts vom Leid und Elend der Bewohner mitbekommen, wird der gepachtete Strand mit einem hohen Zaun und bewaffneten Sicherheitskräften abgeschottet.

An der vom Erdbeben weitgehend verschont gebliebenen Nordküste der Insel ist die Welt noch in Ordnung. Wöchentlich steuern Luxuskreuzer diese Destination an, denn dies, so verspricht RCI, sei der "perfekte Ort zum Relaxen und Spaß haben". Wen interessiert denn da noch die Kehrseite der Medaille, auf der bis zu 200.000 Menschen ums Leben kamen, 250.000 verletzt wurden und rund zwei Millionen obdachlos geworden sind?

Das Unternehmen selbst rechtfertigt die Fortsetzung der Haiti-Kreuzfahrten und hebt den ökonomischen Aspekt hervor. Der Präsident von RCI, Adam Goldstein, schrieb am Montagabend in seinem Internet-Blog (www.nationofwhynot.com/blog): "Auf die Insel zu kommen und die Wirtschaft anzukurbeln (...) hilft, wegzubleiben hilft nicht."

(apa/red)

21.1.2010 12:27
copen, 21. 01. '10 18:42
Hilfe für Tahiti
Dieses Beben ist unzweifelhaft grausam. Aber das Leben muß weitergehen, es können nicht alle Menschen als Helfer anreisen. Spenden werden auf der ganzen Welt gesammelt, warum nicht auch vor Ort von Urlaubern, die eine Kreuzfahrt gebucht haben. Wenn nach jeder Katastrophe das betroffene Land gemieden wird, haben die Opfer gar nichts davon. Man sollte besser etwas gegen diesen perversen Sensationsjournalismus etwas tun, der unsachlich die Menschen nur aufhetzt. Diese ungute Berichterstattung ist am wenigsten hilfreich
Chakotay, 21. 01. '10 16:25
zum Nachdenken
Ich war vor 3 Jahren selber mit Royal Caribbean auf deren (dieser Abschnitt gehört ihnen ja immerhin) Halbinsel auf Haiti. Dieser Strand ist gleich weit von der Erdbebenzone entfernt wie die Dominikanische Republik! Darf man dann auch nicht mehr in die Dominikanische Rep. auf Urlaub fahren, nur weil 300 km weiter ein (zugegebenermassen schweres) Erdbeben war? Wer von euch verurteilt diese Urlauber? Als im letzten Jahr das schwere Erdbeben in Mittelitalien war, haben danach alle ihren Italienurlaub storniert? Ich finde die ganzen Katastrophenjournalisten bei weitem schlimmer als eine Reederei, die immerhin auch was für die Wirtschaft in dieser Region beiträgt (in welchem Maße das ist, ist natürlich immer schwer zu sagen in diesen sogenannten "Dritte-Welt-Länder")...
Gringo100, 21. 01. '10 14:51
Unmenschlich
Mann sollte das Schiff zurückschicken und im Heimathafen in Quarantäne nehmen denn es hätten sich ja Passagiere mit Seuchen anstecken können.
LuZaR, 21. 01. '10 14:43
Ist es nicht überall so?
Auf der einen Seite wohnen Menschen in schönen Häusern und fahren dicke Autos. Und 100 Meter weiter haben die Menschen nichts zu essen und leben auf der Straße. Aber das mit den 100€ pro Urlauber finde ich eine gute Idee.
Bumser001, 21. 01. '10 14:37
Da Mensch...
...is a Sau!
maierhofer____, 21. 01. '10 14:57
Re: Da Mensch...
stimmt schon.. das ist wirklich erbärmlich,welcher Mensch kann nur für so einen Verein arbeiten?
nonane, 21. 01. '10 12:40
Pro Urlauber
sollten 100 EUR an die Hilfsorganisationen gehen - dann okay!
Bumser001, 21. 01. '10 14:37
Re: Pro Urlauber
Mh, guter Vorschlag!
maierhofer____, 21. 01. '10 14:56
Re: Pro Urlauber
Guter Vorschlag, aber ich würds auf 250 erhöhen