Mittwoch, 20. Jänner 2010

Die Hoffnung stirbt auch in Haiti zuletzt:
Vier Frauen eine Woche nach Beben gerettet

  • Staatengemeinschaft verstärkt ihre Hilfsbemühungen
  • Port-au-Prince: Flughafen bleibt Versorgungsproblem

Eine Woche nach dem Jahrhunderterdbeben in Haiti haben Rettungskräfte wie durch ein Wunder weitere Überlebende geborgen. Eine 69 Jahre alte Frau wurde in den Trümmern der einstigen Residenz des Erzbischofs in der Hauptstadt Port-au-Prince gefunden. Drei weitere Frauen konnten aus der eingestürzten Universität und einem Geschäft gerettet werden.

Die internationale Staatengemeinschaft verstärkt unterdessen ihre Hilfsanstrengungen. Die Vereinten Nationen stocken ihr Kontingent in dem Karibikstaat um 3500 Blauhelmsoldaten und Polizisten auf insgesamt mehr als 12.500 auf. Auch die USA werden ihre Militärpräsenz auf 12.500 Marinesoldaten erhöhen.

Flughafen als Versorgungsproblem
Die Welternährungsorganisation will fünf "humanitäre Korridore" einrichten, um auf dem Luft-, Land- und Seeweg Nahrungsmittel nach Haiti zu bringen. Binnen einer Woche sollen die Lebensmittel eine Million Menschen erreichen. Allein Mexiko will 750 Tonnen Hilfsgüter auf dem Seeweg nach Haiti bringen. Ein Engpass bei der Versorgung bleibt der Flughafen von Port-au-Prince, wo nicht alle Hilfsflüge landen können.

Nach Angaben des haitianischen Ministerpräsidenten Jean-Max Bellerive wurden bis Dienstag mindestens 72.000 Tote geborgen. Diese Zahl berücksichtige nicht die von ihren Angehörigen bestatteten Opfer oder die von den UN-Friedenstruppen aufgesammelten Leichen, berichtet der US-Fernsehsender CNN. In Port-au-Prince allein könnten bis zu 150.000 Menschen ums Leben gekommen sein, hieß es bei CNN.

Lage nicht gewalttätig
Trotz vereinzelter Meldungen über Plünderungen und Schießereien beschrieb der amtierende Chef der UN-Mission in Haiti, Edmond Mulet, die Lage in einer Videokonferenz aus Port-au-Prince insgesamt als ruhig und nicht gewalttätig.

(apa/red)

20.1.2010 10:23