10 Milliarden Dollar für Wiederaufbau nötig:
Chaos nach Erdbeben in Haiti hält weiter an
- Sicherheitskräfte sind gegen Plünderungen im Einsatz
- USA bereiten sich auf einen Flüchtlingsansturm vor
Rettungskräfte bergen nach einer Woche Überlebende
·So schlimm war nicht
einmal der Tsunami
Lage in Haiti schockt
selbst erfahrene Helfer
·Zwischen Hoffnung, Chaos und Gewalt
BILDER: In Haiti geschehen noch Wunder
·"Haben gedacht, wir müssen alle sterben"
Österreicher erlebten Erdbeben hautnah mit
·Nach elf Tagen aus Trümmern gerettet
CNN-VIDEO: Wunder inmitten des Grauens
·Eines der ärmsten Länder weltweit - Haiti
Durch Misswirtschaft
und Naturkatastrophen
·Die Plattentektonik
im Bereich der Karibik
GRAFIK: Factbox zum Katastrophengebiet Haiti
·Die tödliche Gefahr aus dem Erdinneren
Die schwersten Erdbeben der letzten Jahre

Die Dominikanische Republik hat ein etwa zehn Milliarden Dollar (6,96 Mrd. Euro) schweres Hilfsprogramm zum Wiederaufbau Haitis angeregt. Über fünf Jahre hinweg solle der Nachbarstaat jährlich mit ungefähr zwei Milliarden Dollar durch die internationale Gemeinschaft unterstützt werden, sagte der Präsident der Dominikanischen Republik, Leonel Fernandez.
Teil eines Hilfsprogramms für das ärmste Land der westlichen Hemisphäre solle ein Schuldenerlass sein. Haitis Präsident Rene Preval hatte zuvor um ein auf mehrere Jahre ausgerichtetes Engagement gebeten. Der Fokus solle nicht nur auf der unmittelbaren Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben liegen, sondern auch auf der langfristigen Entwicklung Haitis. "Wir dürfen nicht nur die Wunden heilen, die durch das Erdbeben entstanden sind. Wir müssen die Wirtschaft, die Landwirtschaft, das Bildungs- und Gesundheitswesen entwickeln und die demokratischen Institutionen stärken." Preval bedankte sich für die bisher geleistete Hilfe. Diese sei schnell und präzise geleistet worden. Unter anderem hat Europäische Union mehr als 400 Millionen Euro Hilfe für Haiti zugesagt.
Großeinsatz gegen Plünderungen
In Haiti hatten sich gestern sich Wut und Verzweiflung in Unruhen entladen. Sicherheitskräfte wollten mit einem Großeinsatz für mehr Ordnung in den chaotischen Zuständen nach dem verheerenden Erdbeben sorgen. Knapp eine Woche nach der Naturkatastrophe mit geschätzten 200.000 Toten wird der Überlebenskampf der Menschen trotz Hilfe immer härter, es gibt zahlreiche Plünderungen.
Die genaue Zahl der Opfer ist weiter unklar, wird aber mittlerweile auf bis zu 200.000 Tote geschätzt. Rund 70.000 Leichen sind laut Ministerpräsident Bellerive bereits geborgen. Zahlreiche Menschen werden weiter vermisst. Helfer suchen unter den Trümmern verzweifelt nach Überlebenden. Es sinken jedoch die Chancen, die noch verschütteten Opfer lebend zu retten.
Flüchtlingsansturm erwartet
Die USA bereiten sich unterdessen auf einen Ansturm haitianischer Flüchtlinge vor. In einem Auffanglager für Einwanderer im US-Staat Florida solle vorsorglich Platz für die Aufnahme von Überlebenden des verheerenden Erdbebens der vergangenen Woche geschaffen werden, teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Dazu würden 250 bis 400 gegenwärtig in dem Lager festgehaltene Einwanderer in andere Einrichtungen verlegt.
Die USA haben vorübergehend die Einreise-Vorschriften für Waisen aus dem Katastrophengebiet gelockert. Damit solle eine Behandlung der Kinder in den USA erleichtert werden. Die Regelung gelte nur für Waisen, die offiziell für eine Adoption in den USA zugelassen seien.
Überlebende nach einer Woche geborgen
Israelische Rettungskräfte haben fast eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Haiti noch eine Überlebende geborgen. Die Studentin sei aus den Trümmern der Universität in Port-au-Prince gerettet worden. Mit Spezialgeräten sei es gelungen, eingestürzte Gebäudeteile anzuheben und so eine Öffnung für die Bergung der jungen Frau zu schaffen. Das Rettungsteam habe sie dann zur Behandlung in das israelische Feldlazarett gebracht. (apa/red)
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