Fischer beendet seinen China-Besuch:
Treffen mit Premier Wen als Abschluss
- Wirtschaft, Menschenrechte und Iran angesprochen
- "Herzliches" Gespräch mit dem katholischen Bischof

Am letzten Tag seines China-Besuchs ist Bundespräsident Fischer mit Ministerpräsident Wen Jiabao zusammengetroffen. Der Themenkatalog reichte dabei von bilateralen Wirtschaftsfragen über Klimaschutz und Menschenrechte bis hin zu internationalen Fragen etwa zum Iran oder Nordkorea. Danach traf Fischer mit dem katholischen Bischof Shanghais, Jin Luxian, zusammen.
Der Meinungsaustausch mit Wen war "von Herzlichkeit und Wertschätzung geprägt", sagte Fischer in Shanghai. Zur Position Pekings hinsichtlich Nordkorea führte Fischer aus, China wünsche keine nukleare Bedrohung auf der koreanischen Halbinsel. Die laufenden Sechs-Parteien-Gespräche sollten fortgesetzt werden. Wen habe eingeräumt, dass der Standpunkt Pjöngjangs im Zusammenhang mit seinen atomaren Ambitionen schwer einzuschätzen sei.
Bezüglich dem Iran bekenne sich Peking zu einer Verhandlungslösung und sei gegen militärische Optionen. In der Tibet-Frage zeichnet sich keinerlei Bewegung ab.
Verteidigungsminister Darabos sprach in Peking mit seinem Amtskollegen Liang Guanglie über das 2005 unterzeichnete Memorandum of Understanding im Ausbildungsbereich, das nach Wunsch der chinesischen Militärführung "mit neuem Leben erfüllt werden soll". Darabos ist für eine Verlängerung des Memorandums, doch sollen die Schwerpunkte Katastrophenhilfe und Peacekeeping gesetzt werden
"Herzliches" Gespräch
Das kurze Treffen Fischers mit dem 93-jährigen Jesuiten Jin Luxian, genannt Bischof Aloysius, fand auf dem Weg vom Rathaus zum Shanghai-Museum im Ordinariat statt. Laut Fischers Sprecher verlief das Gespräch "herzlich".
In der Volksrepublik China ist von Staats wegen nur die 1957 vom kommunistischen Regime geschaffene "Patriotische Vereinigung chinesischer Katholiken" erlaubt, die die 1985 erfolgte Ernennung Jins zum Oberhirten von Shanghai anerkannte. Der Papst verwehrte die Anerkennung allerdings. Katholiken in China, die nicht mit der Patriotischen Kirche kooperieren, sind Gefahren und Repression ausgesetzt. Bischof Jin verbrachte 18 Jahre seines Lebens in Haft.
(apa/red)
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