Laura Rudas im NEWS-Interview: "Was
will diese Junge da jetzt groß erklären?"
- Über Durchsetzungskraft, FPÖ & Lieblingsressorts
- SPÖ-Bundesgeschäftsführerin im NEWS-Interview

28 Jahre alt und bereits an den Hebeln von Österreichs größter Partei: Laura Rudas managt seit 2008 als Bundesgeschäftsführerin die heimischen Sozialdemokraten. Im NEWS-Interview spricht sie über Durchsetzungskraft, die FPÖ und ihr Lieblingsressort.
NEWS: Ist der Vorwurf, Sie seien angepasst, gerechtfertigt?
Laura Rudas: Ich habe früh die Möglichkeit bekommen, von innen mitzugestalten. Ich bin in allen Sitzungen, dabei kritisiere ich und setze mich manchmal durch, manchmal nicht. Aber es wäre eigenartig, wenn ich etwas mitbestimme und dann hinausgehe und etwas anderes sage. Das Ergebnis ist mir wichtiger als die Show drumherum.
NEWS: Wurde Ihr Engagement in der SPÖ immer unterstützt?
Rudas: Natürlich war es anfangs mühsam. Es gab Leute, die sich fragten, was will diese Junge da jetzt groß erklären. Da musste ich im direkten Gespräch überzeugen. Und man muss ein bisschen lauter sein, damit man gehört wird. Aber ich hatte auch immer Verbündete.
NEWS: Warum tun Sie sich den Job der SPÖ-Bundesgeschäftsführerin an?
Rudas: Auf der einen Seite muss man viel Kritik einstecken, und es gibt Momente, in denen ich mir dieselbe Frage stelle. Auf der anderen Seite kann ich vieles verändern und habe die Möglichkeit, mitzugestalten. Ich bin nach wie vor motiviert, weil das Positive überwiegt.
NEWS: Wollen Sie bis zum Ende der Legislaturperiode bleiben?
Rudas: Ich werde bleiben, solange es mir Freude macht. Es gibt noch viel zu tun, ein Jahr ist mir da auf jeden Fall zu kurz.
NEWS: Sie waren auch als Ministerin im Gespräch. Was wäre Ihr Lieblingsressort?
Rudas: Finanzen (schmunzelt). Dort wird über die Verteilung der Budgetmittel mitentschieden, und da braucht es auf jeden Fall eine Verbesserung.
NEWS: Sie sind entschiedene Gegnerin der FPÖ. Wie würden Sie sich im Falle einer rot-blauen Koalition verhalten?
Rudas: Im Bund? Dann wäre ich nicht mehr in der SPÖ. Ich werde immer SPÖ wählen, aber das könnte ich in einer aktiven Position nicht mittragen. Aber mit Werner Faymann und mir wird es das nicht geben.
NEWS: Wie ist es mit möglichen Koalitionen auf Landesebene?
Rudas: Ich empfehle jedem: Finger weg von der FPÖ! Ich rate sogar ab, auch nur in ihre Nähe zu kommen. Was passiert, wenn FPÖ/BZÖ Verantwortung hat, sieht man ja in Kärnten.
NEWS: Was erwarten Sie vom Wahljahr 2010?
Rudas: Ich bin sehr optimistisch. In Wien sehe ich den Trend, dass viele FPÖ-Wähler zur SPÖ zurückkehren. Ich kenne niemanden, der Strache als Bürgermeister will. Man kann die Ankündigung als Drohung sehen. Sogar für FPÖ-Wähler ist es eine.
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