Mittwoch, 20. Jänner 2010

Transferkonto bleibt Regierungs-Zankapfel:
SPÖ vehement gegen das Projekt der ÖVP

  • Hundstorfer: Bedeutet Kürzung von Sozialleistungen
  • Mitterlehner: Gegen Doppel-Förderung & Missbrauch
    Experten orten dabei verschiedene Ungerechtigkeiten

Das Transferkonto bleibt Zankapfel in der Koalition. Bei einer parlamentarischen Enquete zum Thema soziale Gerechtigkeit wandte sich die SPÖ vehement gegen dieses ÖVP-Projekt. Laut Sozialminister Hundstorfer geht es dabei nur um die Kürzung bzw. Besteuerung von Sozialleistungen. Wirtschaftsminister Mitterlehner zufolge sollen so Doppel-Förderungen und Missbrauch verhindert werden.

Hundstorfer verwies darauf, dass es sich bei 96 Prozent der Transfers um Versicherungs- oder einkommensunabhängige Leistungen wie die Familienbeihilfe handle. 94 Prozent würden vom Bund zur Verfügung gestellt, sollten also der Politik bekannt sein: "Wenn wir das nicht wissen, dann gute Nacht." Daher gehe es beim Konto nicht um Transparenz sondern um die Kürzung der Sozialleistungen.

"Werden wir in der Krise brauchen"
Mitterlehner versuchte den positiven Effekt für den Bürger hervorzuheben. Durch ein Transferkonto werde ihm die Chance gegeben abzulesen, welche Sozialleistungen ihm zustünden. Bisher sei der Bürger oft von der eigenen Cleverness abhängig, um an alle möglichen Förderungen heranzukommen. Jedenfalls bedürfe es einer effizienteren Gestaltung der Transfers: "Das werden wir in einer Wirtschaftskrise brauchen."

Die Opposition forderte mehr Servicequalität für die Förderungsbezieher. Grünen-Vizechef Kogler verlangte ein "One-Stop-Shop-Verfahren", BZÖ-Obmann Bucher eine zentrale Behörde, und FPÖ-Sozialsprecher Kickl warb für das von der deutschen FDP propagierte Modell Bürgergeld, wo alle Transfers an einer Stelle zusammenliefen. Die beiden Rechtsparteien zeigten sich bezüglich des Transferkontos nicht ganz abgeneigt, auch wenn man Schwächen im ÖVP-Modell sah. Ein klares Nein zum Transferkonto kam von den Grünen.

Experten: "Starke Intransparenz"
Experten orteten verschiedene Ungerechtigkeiten. Wifo-Experte und Studienautor Alois Guger kritisierte, dass in Bezug auf Vermögen und Selbstständigeneinkommen eine "starke Intransparenz" herrsche und überdies die Einkommensarten unterschiedlich besteuert würden. Franz Prettenthaler, dessen Studie Auslöser für die ÖVP-Idee eines "Transferkontos" war, wies auf ein "unkoordiniertes Nebeneinander" von Sozialleistungen hin.

(apa/red)

20.1.2010 14:25
charly1600, 20. 01. '10 22:12
Wo ist der Unterschied zur Lohnsteuer?
Ich verstehe die ganze Aufregung um das Transferkonto nicht. Wenn ich ein 2. Einkommen habe - und sei es die Funktionsgebühr aufgrund eines politischen Mandats, dann wird dieses 2. Einkommen ganz selbstverständlich an das Finanzamt gemeldet und ich muss es versteuern (habe gar nicht die Gelegenheit darauf zu "vergessen").
Was es wiegt - das hat's!
geronimo75, 20. 01. '10 15:45
Der gute alte Mann aus Hundsdorf = Hundsdorfer
Eine gesetzliche Mindestsicherung, wie sie scheinbar vom guten Herrn Hundsdorfer und seinem "fleißigen Team" ausgearbeit wurde, ist nichts Anderes als pures Tränentrocken. Es ist letztendlich ein Freibrief dafür, dass Arbeitsplätze immer noch geopfert werden können und sich die reiche Bevölkerung immer noch an dem Leitspruch halten können: "Grösste Gewinne erzielt die Entlassung von Arbeitskräften." Demnach ein Freibrief für diese gesamte korrupte finanzkräftige Gesellschaft. Widerlich - Herr Hundsdorf bitte wieder zurück in Deine oben genannte Heimat ... bitte geh vor die Hunde und lass jene Menschen ans Werk die sich letztendlich auch wirklich für die arme Bevölkerungsschicht einsetzen
Wilfried1931, 20. 01. '10 13:22
SPÖ Politik mit Kleinkindniveau
Mann muß den klugen Strategen der SPÖ wirklich gratulieren wie sie die Probleme unserer Zeit lösen werden und welch Nachhaltige Ideen sie haben. Wir wissen dass viele Leistungen des Staates unfair verteilt werden, ein Unternehmer bezahlt nur ohne irgendeiner sozialen Sicherheit, wenn es daneben geht hat er eben nichts. Bürger (auch Ausländer) sind es gewohnt alles geschenkt zu bekommen, und was man nicht nimmt, schenkt man den Staat. Kinder träumen von reichen Schätzen die nur warten gefunden zu werden und jeder ist glücklich. Die SPÖ wartet auf die vielen Reichen in Österreich die ihr Vermögen auf Treuhandkonten legen, bis sie gefunden sind um ihr Geld mit Freuden dem Roten Wählerklientel zu schenken, bis dahin gedenkt die SPÖ nichts zu tun, wird schon werden und weiter Schulden machen
hary1965, 20. 01. '10 13:04
Keiner muß sich wundern
wenn in der Politik nichts weitergeht und in Zukunft wichtige Einrichtungen Geschichte zu werden drohen. Vor allem die SPÖ macht Politik nach Populismus pur und Umfragen, No na, jeder möchte dass die Reichen zahlen und der Bürger alles geschenkt bekommt, davon träumen schon die Kinder, Schätze werden kommen und ein süsses Leben wird die Folge, das ist die SPÖ Politik. Aber wo sind die Reichen die auf den SPÖ-Nacktscanner warten um ihr Vermögen über die Roten Wähler zu schütten?? Vielleicht erwischen sie damit ein paar Bürger die es geschafft haben ein kleines Vermögen zu erarbeiten, ein Haus oder eine schöne Wohnung haben? Statt auf wirksame Verteilung und massvoller Steuerpolitik, setzen sie wiedermal auf den Klassenkampft und hoffen so auf ein paar Stimmen. Hirn und SPÖ ein Gegensatz?
Wilfried1931, 20. 01. '10 13:46
Geistige Mindessicherung
Es wäre eine gute Idee vor allem für SPÖ und FPÖ Politiker eine gesitige Mindessicherung ein zu führen, dass wenigstens die Mindestintelligenz erfüllt wird, könnte sich am unteren Druchschnitt der Bevölkerung orientieren. Denn was hier in der Politik an wirren Köpfen und krausen Ideen herumläuft ist sagenhaft und so tief wie jetzt gab es dass noch nie. Sagen wir mal ein Besipiel, wird es jemals einen Politiker wie Franz Fischler, Hannes Androsch oder auch Franz Vranizky noch geben?? Solche Leute können mit dem jetzigen Politikniveau nicht mehr, daher wäre eine geistige Mindestsicherung sicher an Anreiz für etwas klügere Leute wieder mit zu machen
antikapitalist, 20. 01. '10 11:44
na dann viel spass,meine damen und herren,
und lassts euch das buffet schmecken