Dienstag, 19. Jänner 2010

Sollen die Banken für die Krise brennen?
Debatte um Sondersteuer entzweit Koalition

  • Bundeskanzler: Beitrag des Bankensektors zumutbar
  • Finanzminister: "Mehr offene Fragen als Anworten"

Sollen Banken zur Vermeidung künftiger Wirtschaftskrisen brennen? Das hat zumindest Bundeskanzler Faymann vor, der die Einführung einer Art Bankensteuer plant - und damit auf Vorbehalte bei seinem Koalitionspartner stößt. Wirtschaftsminister Mitterlehner erklärte, er sehe Probleme bei der Umsetzung. Die gleichen Schwierigkeiten zeigten sich gerade auch in den USA und in Deutschland, wo dieselbe Diskussion laufe. Faymann hingegen konkretisierte seinen Vorschlag.

Nach dem Vorbild des US-Präsidenten Obama rechnet er mit 500 Mio. Euro jährlich für das Budget. Faymann will dies als Diskussionsvorschlag verstanden wissen, eine Lösung auf europäischer Ebene wäre wünschenswert. Laut Unterlage könnte die Abgabe 0,07 Prozent der Bilanzsumme betragen, in den USA seien es 0,15 Prozent.

Den Beitrag des Bankensektors hält er für zumutbar, zumal es etwa auch für Autofahrer eine Pflichtversicherung gibt. "Man sollte nicht nur im Nachhinein über Schäden reden, sondern auch über den Brandschutz im Vorhinein", meinte der Kanzler.

Pröll: "Mehr offene Fragen als Antworten"
Finanzminister Josef Pröll warnt hingegen vor Schnellschüssen. Er wolle die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) um eine Bewertung dieser Frage bitten, sagte Pröll nach Beratungen der EU-Finanzminister in Brüssel. Derzeit gebe es "mehr offene Fragen als Antworten".

Anders als in den USA habe der Staat in Österreich den Banken für das zur Verfügung gestellte Partizipationskapital eine 8- bis 9-prozentige Dividende in Rechnung gestellt, sagte Pröll. Eine Bankensteuer berge "eine Gefahr in sich", warnte er weiter. So müsse geklärt werden, was eine solche Abgabe für die Kreditklemme der Wirtschaft bedeute. Außerdem will Pröll wissen, in welchem Verhältnis eine Bankensteuer zu einer Finanztransaktionssteuer stünde, für die sich die Regierung in der EU einsetzt.

Er sei bereit, diese Fragen "in den nächsten Wochen und Monaten" zu evaluieren, sagte der Finanzminister. Priorität habe für ihn aber die ausgabenseitige Sanierung des Budgets.

Opposition für Bankensteuer
Die Opposition kann dem Vorschlag einer Bankensteuer positive Seiten abgewinnen. FP-Nationalratsabgeordneter Werner Königshofer plädiert für die Einzahlung von 2 Promille der Bilanzsumme in einen Notfallfonds, die Grünen wollen mit einer Bankensteuer sicherstellen, dass den Steuerzahler das Bankenrettungspaket nichts kostet: "Jenes Geld, das von diversen Banken nicht mehr zurückgezahlt werden kann, muss vom gesamten Bankensektor über eine Steuer aufgebracht werden", fordert der grüne Finanzsprecher Werner Kogler.
(apa/red)

19.1.2010 18:22
pusher23, 20. 01. '10 22:05
Die Zentralbanken sollen zahlen!
Dass die FED 2009 einen Rekordgewinn von über 50 Millarden$ erzielt hat, wird ja leider selten erwähnt. Und mit diesem außerordentlich massiven Gewinn wird unter dem Deckmantel der Gutmütigkeit Staatsanleihen etc. gekauft und gegen wertloses Papier in Banksterhände gelegt. Das ist die Masche um uns komplett zu enteignen und abhängig von den Konzernen zu machen (Energie, Nahrung, Medizin usw usw). Die stürzen uns in so eine Krise und stehen dann auch noch gut dar, unglaublich. Wie immer kann ich hierzu eine sehr aufklärende Doku empfehlen:http://video.google.at/videoplay?docid=-2537804408218048195&ei=n29XS9DQM8Ku-Abky-zpBA&q=goldschmied+fabian&hl=de# Sehr informativ und für Jeden zu verstehen!
antikapitalist, 21. 01. '10 07:50
Re: Die Zentralbanken sollen zahlen!
unser weltweites geldsystem ist nur aus einem grund VON DEN ZENTRALBANKEN geschaffen worden:schulden zu machen (abhängigkeit der ganz besonderen art)!!!wie sonst ist es möglich,dass ALLE staaten dieser erde hoffnungslos verschuldet sind und diese schulden NIE UND NIMMER gezahlt werden können (da nützen keine sparpakete)!! ABER,das ende dieses systems ist nah,weil es ehrlich und objektiv ganz einfach nicht funktionieren KANN!!! so gesehen ist die forderung,dass die zentr. banken die zeche zahlen sollen totaler schwachsinn!!! die zentr.banken geben den staaten seit beginn der "krise" natürlich zig milliarden,um diese zu "unterstützen",natürlich gegen zinsen,und die schulden werden wieder mehr und mehr und mehr und........PEENG!!!
antikapitalist, 20. 01. '10 08:01
wahrlich wahrlich,
selbstverständlich werden die banken für ihre verbrechen brennen!!!!
mr.sauer, 19. 01. '10 21:58
Angedacht
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Banken auch nur 1 Cent zurückzahlen. (Was Faymann andenkt, ist noch nie durchgegangen). ABER:Wie wärs wenn die ach so tollen Banker in Zukunft mit ihrem Eigenkapital für ALLES haften, für ALLE ihre Spekulationen. Ob da nicht einige dann doch zu Monopoly zurückkehren würde. Gebt mir Milliarden, ich gehe ins Casino setze einmal auf schwarz oder rot; bei Gewinn kassiere ich 50% bei Verlust wirds der Staat bez. Steuerzahler schon richten. Mit fremden Geld kann man leicht und lässig auf dem Finanzmarkt spielen.
Ibikus, 19. 01. '10 21:07
Witzig......,
da die Banken ja jetzt schon ihre "Kunden" Plündern um das Geld ihrer Spekulationen wieder hereinzubringen. Ständig neue Kontoführungsgebühren, sonstige Gebühren und erfundene Abgaben. Die werden sich danach sicher etwas einfallen lassen um auch diese Abgabe über den "Kunden" wieder zu kompensieren. Also, entweder verstaatlichen oder zurück zum Lohnsackerl, mal schauen welches Gejaule losbricht..............dies betrifft natürlich ganz Europa!!!!!!!!!!!
Marc99, 19. 01. '10 20:06
Das ist wohl das Mindeste was man den Banken abverlangen kann
Waren doch schließlich die Banken mit ihren bodenlosen Spekulationen jene die diese ganze Krise mit all ihren Folgen ausgelöst haben. Die jetzt ansdiskutierte Bankensteuer ist nicht viel mehr als ein symbolischer Akt.
Vasant, 19. 01. '10 14:46
Was will Pröll?
Er will die Nationalbank um die Bewertung dieser Frage
bitten sprich fragen, ob die sich so eine Steuer vorstellen
könnten? Na deppert wären die Herren, die staatliche
Unterstützung angenommen haben, dass sie jetzt auch
was dafür leisten müssen;)) Klare Antwort der Bank ...
Das ist nicht umsetzbar ... dazu muss Pröll erst fragen?

Kasperltheater ... und nächster Punkt ... uns doch schei**
egal, was die EU zu unseren Problemen und Lösungen
sagt, weil nicht Brüssel bügelt unser Defizit aus, sondern
das "dürfen" die Steuerzahler machen, also schei** auf
Brüssel und die EU!!!

Hauptsache bei den Arbeitern werden neue Steuerformen
angedacht, aber Banken usw. die Geld haben, werden
verschont und sogar noch gefördert!