Werden heimische "Häfn" zum Funkloch?
Handynutzung in Haft soll erschwert werden
- Neue Handyblocker in Deutschland bereits im Test
- Direktor Drexler: "klassische Methode" am Besten

260 Mobiltelefone sind 2009 in den österreichischen Gefängnissen sichergestellt worden. Dabei sind Handys in den Justizanstalten selbstverständlich verboten, zumal Häftlingen außerhalb der Besuchszeiten jegliche Kontakte und Absprachen mit der Außenwelt untersagt sind. Vor einigen Jahren hat es einen Modell-Versuch gegeben, eine ganze Justizanstalt mittels eines Störsenders lahmzulegen. "Das hat leider absolut nicht funktioniert", erinnert sich Vollzugsdirektor Karl Drexler. "Funkstille" im Strafvollzug könnte allerdings dann herrschen, sollte sich ein Handyblocker durchsetzen, der seit August 2009 in der deutschen Justizvollzugsanstalt (JVA) Offenburg erfolgreich getestet wurde.
Der sogenannte Handyblocker zeigt offenbar Wirkung, wie sich nach Abschluss der sechsmonatigen Testphase herausstellte. "Erwartungsgemäß herrscht dort Funkstille, was die unerlaubte Nutzung von Handys anbelangt", bilanzierte Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP). Verbotene Absprachen unter Gefangenen, über Handys organisierte illegale Geschäfte oder Fluchtvorbereitungen wären kein Thema mehr.
Die moderne Technik ermöglicht eine sehr genau Empfangsstörung auf dem Anstaltsgelände. Eine dauerhafte Frequenzstörung erfolgt dabei nicht. Erst wenn Mobilfunksignale festgestellt werden, aktiviert sich der Blocker. Das geschieht dann in Computergeschwindigkeit, also schneller, als ein Mensch reagieren kann.
In Österreich werden diese Entwicklungen mit großem Interesse erfolgt. Die Vollzugsdirektion kann sich vorstellen, in Bälde die deutschen Handyblocker zu testen und einzuführen, sollte sich die ihnen zugeschriebene Effektivität nachweisen lassen.
Derzeit ist es bereits technisch möglich, einzelne Hafträume mit kleinen, lokal begrenzten Sendern zu stören und damit als gefährlich eingestufte Häftlinge zu isolieren. "Damit können allerdings maximal drei Zellen tot gelegt werden", berichtete Drexler. Am Besten funktioniere noch immer "die klassische Methode, wenn Justizwachebeamte gezielt nach Handys suchen".
(apa/red)
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