Mittwoch, 13. Jänner 2010

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER! Von einem Ochsen kann man nur Rindfleisch erwarten

  • Kommentar von Chefredakteur Atha Athanasiadis

SPENDENAFFÄRE. Warum das Lebensmotto des ehemaligen ORF-Chefs jederzeit auf den Politbereich umlegbar ist.

Irgendwie sieht er immer aus wie ein Lausbub. Ein etwas ins Alter gekommener Wörthersee-Animateur. Immer den Kopf ein wenig schräg gestellt, schelmisch grinsend, einen Lei-Lei-Schmäh auf den Lippen. Aber das sind reine Oberflächlichkeiten, für die Uwe Scheuch nichts kann. Dieser personifizierte FPÖ/BZÖ-Polit-Wanderpokal. Aber halt! Die Beschreibungen sind zu böse und vor allem zu verniedlichend – lassen Raum für die Bezeichnung „klasser Bursch“ offen. Und als solcher fühlt Scheuch sich vermutlich. Denn alles, was Scheuch je tat, ging auf und rein. In diesem Sumpf der Haider’schen Buberlpartien. Wie tief und vermodert dieser ist – darüber gab es immer Spekulationen. Aber nie wirklich einen Beweis. Bis jetzt. In dieser Ausgabe von NEWS erbringen wir ihn.

Der Skandal. Im aktuellen Heft lesen Sie das Protokoll eines Gesprächs, das Uwe Scheuch mit einem Politberater führte. Der Inhalt, kurz gefasst: Ein Russe will Millionen in Kärnten investieren, dafür aber die Staatsbürgerschaft. So. Und jetzt raten Sie mal, was Saubermann Scheuch dem Politberater sagte … Plötzlich gab es kein Ausländerproblem mehr für Scheuch – und die Staatsbürgerschaft war natürlich nur mehr „Teil des Spiels“. Das freilich nicht ganz gratis sei. Denn über eines würde sich Scheuch sehr freuen – wie er sagte: wenn „was für die positive Zukunft“ der Partei „überbleibt“. So „in der Größenordnung zwischen fünf und zehn Prozent, würde ich sagen …“ So weit. So unverfroren. Sollte Uwe Scheuch – wenn Sie diese Zeilen lesen – bereits NEWS der Lüge geziehen haben, dann seien Sie versichert: Wir haben alles auf Band, dazu die eidesstattliche Erklärung eines Gesprächszeugen, der die Richtigkeit der NEWS-Story bestätigt.

Das Tonband ist der ultimative Beweis dafür, dass die Rechtsnationalen nicht Korruptionssümpfe trockenlegen, sondern sie wässern. Aber was haben wir uns anderes erwartet? Wie sagte schon der ehemalige ORF-Chef Gerhard Weis in solchen Momenten gerne: „Von einem Ochsen kann man nur Rindfleisch erwarten.“

Eine schöne Woche.

13.1.2010 13:13