Mittwoch, 13. Jänner 2010

Hypo-Geheimpapiere zweifeln Aussagen an:
Widerspruch zu den Aussagen der Ex-Chefs

  • NEWS: Werner Schmidt und Tilo Berlin betroffen
  • Wann haben Verhandlungen tatsächlich begonnen?

Bislang geheime Papiere zur Hypo-Affäre, die dem Nachrichtenmagazin NEWS exklusiv vorliegen und die in der aktuellen Ausgabe veröffentlicht werden, stellen jüngst getätigte Aussagen von Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt und Ex-Hypo-Boss Tilo Berlin infrage. Konkret zeigen die Unterlagen die Struktur der Übernahme von 25 Prozent an der Hypo Group Alpe Adria durch die Investorengruppe um Berlin & Co. Den NEWS vorliegenden Unterlagen nach stand für einen Insiderkreis spätestens am 7. Februar 2007 fest, dass die BayernLB mit einem Kredit an die Investoren in der Höhe von 310 Millionen Euro der größte Finanzier des Deals sein wird.

Die NEWS vorliegenden Unterlagen stammen vom 7. Februar 2007 und werfen damit die Frage auf, ab wann Verhandlungen über einen Hypo-Kauf mit der BayernLB tatsächlich begonnen haben sowie wer eingebunden war. Letztendlich hat die BayernLB mit ihrem gut zweijährigen Hypo-Engagement 3,7 Milliarden Euro Verlust erlitten. Gleichzeitig war es die BayernLB, die der Investorengruppe um Berlin & Co einen Gewinn von rund 160 Millionen Euro durch den Kauf von deren Hypo-Anteilen bescherte. Offiziell war stets nur von vermögenden Privatinvestoren aus Österreich und Deutschland die Rede, die den Deal finanziert hätten. Tatsächlich haben diese Privatinvestoren laut den NEWS vorliegenden Unterlagen aber nur rund 25 Millionen Euro von insgesamt ca. 635 Millionen Euro aufgebracht.

Berlin hatte jüngst erklärt, er hätte den Kredit der BayernLB "weder gebraucht noch gewollt", aber die Konditionen wären günstiger gewesen. Schmidt erklärte dazu hingegen über seinen Anwalt, dass Berlin die Finanzierung nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt hatte, sich der Abschluss des Verkaufes aber verzögert hätte. Von NEWS auf die neuen Unterlagen und das frühe Datum angesprochen, meinte Schmidts Anwalt: "Herr Schmidt erklärt, dass der Kredit an Berlin & Co höchst sinnvoll war, um den Zugriff auf die Hypo-Aktien sicher zu stellen. Für die BayernLB war dies besser, als Berlin hätte das angebotene Darlehen der Credit Suisse angenommen. Über die genaue Finanzierung und die Daten kann ich aber keine Auskunft geben", so Schmidts Verteidiger zu NEWS.

Mehr dazu gibt es im NEWS 02/10 zu lesen

13.1.2010 11:59
Troootzi, 15. 01. '10 13:27
Finanzprobleme und Bankenskandale - Lösungen
Bei den Berichten über Finanzprobleme und Bankenskandale tauchen mehrere Fragen auf:
1. Warum gibt es nicht schon lange neue Modelle für eine rechtzeitige Kontrolle und Prüfung auf der Unternehmensebene? Eine unabhängige Instanz zwischen Vorstand, Aufsichsrat und Eigentümervertretern könnte viele Probleme vermeiden.
2. Warum agieren Prüfungsbehörden wie Finanzmarktaufsicht, Nationalbank, Rechnungshof in der Regel viel zu spät?
3. Warum gibt es noch immer keine wirksamen Modelle zur Aufbringung von Eigenkapital , vor allem für Unternehmen in der Startphase?
4. Könnten nicht Stiftungen "die" Lösung für die Aufbringung von Eigenkapital für innovative, aber auch riskante weltweit einsetzbare Projekte sein ?

http://so-for-humanity.com2000.at SFH-1299, SFH-0784, SFH-0949, etc.
sidestep, 13. 01. '10 12:15
Der Tilo ist bestimmt kein Tillo
Der Tilo Berlin ist bestimmt kein Tillo sprich Idiot. Er wird, bis der Staatsanwalt draufkommt, was da läuft, die Spuren der strafbaren Handlung - soferne begangen - längst verwischt und beseitigt haben und seine Freunderl ala Weirather auch. Wollen wir wetten? Der berühmte Hendeldieb würde längst wegen Verdunkelungsgefahr im Häfen dunsten sprich sitzen. Der Tillo (oder schreibt man Tilo) läuft immer noch frei herum! Das ist unsere Justiz. Der STA hat Angst, dass der Tilo ihn mit seinen 150 Millionen einen Starverteddiger auf den Hals hetzt. Das kann der kleine Hendeldieb sich natürlich nicht leisten. Der bekäme einen Pflichtverteidiger und der sieht es meistens nicht als seine Pflicht an ihn zu verteidigen.
geronimo75, 13. 01. '10 16:09
Re: Der Tilo ist bestimmt kein Tillo
Dieser Kommentar ist zu 100 % richtig. Meine Gratulation. Österreich wurde in den letzten Jahren zu einem Korruptionsstadel höchster Güte, viele erkennen es, doch niemand reagiert. Geld regiert die Welt, kann im Notfall gewaschen werden oder selbst als Reinigungsmittel (Vertuschungselixier) im Notfall eingesetzt werden. Es ist wohl jedem Menschen klar, dass Geldmenschen sich nur die besten Anwälte leisten können. Sie kennen eine jede Lücke des österreichischen Rechtes und nützen diese für ihre Auftraggeber. Der Hendeldieb an sich bleibt dabei stets die tragische Figur.