Griechisches Defizit höher als erwartet:
Minus von 12,7 Prozent wird übertroffen
- Stabilitätspakt sieht Obergrenze von 3,0 Prozent vor
- Rating-Agenturen stufen Bonität des Landes herab

Das griechische Budgetdefizit könnte nach Einschätzung der Europäischen Kommission noch höher ausfallen als bisher erwartet. Bezüglich der griechischen Angaben vom Oktober 2009 gebe es viele offene Fragen. Damals hatte die neue sozialistische Regierung das Defizit auf 12,7 Prozent revidiert. Der EU-Stabilitätspakt sieht eine Obergrenze von 3,0 Prozent vor.
Das griechische Statistikamt sei ineffektiv und anfällig für politische Einmischungen, heißt es in einem Bericht der EU-Behörde, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Das europäische Statistikamt Eurostat habe die letzten Angaben aus Griechenland vom Oktober 2009 bisher nicht bestätigen können. Offene Fragen gebe es beispielsweise bezüglich der Sozialversicherungs-Fonds, Krankenhaus-Schulden und Transaktionen zwischen der Regierung und Staatsunternehmen.
Die Europäische Kommission geht in dem Bericht davon aus, dass es weitere Anpassungen beim Haushaltsdefizit und bei Schuldenangaben bezüglich 2008 und möglicherweise auch früherer Jahre geben wird. Die EU-Finanzminister werden den EU-Bericht in der kommenden Woche in Brüssel diskutieren.
Die Rating-Agenturen reagierten umgehend auf die Schuldenkrise in Griechenland und stuften die Bonität des Landes herab, was neue Kredite verteuerte.
(apa/red)

