Samstag, 16. Jänner 2010

Am Lauberhorn gibt es keine Favoriten: Abfahrtsklassiker verlangt Läufern alles ab

  • ÖSV-Team ist auf Wiedergutmachung für 2009 aus
  • Walchhofer: "In erster Linie die Schweizer schlagen"

Die Favoritenrolle für die Abfahrt auf dem Lauberhorn in Wengen heute will niemand haben, das Gros übte sich im Abschlusstraining in vornehmer Zurückhaltung. Und nach der Kombiabfahrt gab es viele ratlose Gesichter. Das österreichische Skiteam ist nach dem Debakel 2009 in Wengen auf Wiedergutmachung aus, damals war Georg Streitberger als 18. der beste Läufer des ÖSV.

Die Schweiz spielt beim großen Klassiker mit Didier Cuche, Didier Defago und Carlo Janka ein Trio aus, Österreich versucht mit Michael Walchhofer, Klaus Kröll und Mario Scheiber dagegen zu halten, Italien hofft auf Peter Fill und Werner Heel, die USA auf den wiedererstarkten Bode Miller, der Slowene Andrej Jerman möchte seinen Bormio-Erfolg bestätigen, der Schwede Hans Olsson darf sich vielleicht Außenseiterchancen ausrechnen. Miller hat auf dem Lauberhorn 2007 und 2008 die Abfahrt gewonnen, im Vorjahr (17. Jänner) landete er hinter Defago an zweiter Stelle, es war zugleich sein bisher letzter Podestrang im Weltcup. Nach der Bestzeit auf der verkürzten Kombiabfahrt ist er brandgefährlich.

Duell Schweiz vs. Österreich
Während die Österreicher davon sprechen, dass es "in erster Linie" (Walchhofer) die Schweizer seien, die es auf ihrem Heimterrain zu schlagen gilt, spielen die Eidgenossen den Ball liebend gerne zurück. Eine niedere Startnummer ist heute sicher ein Vorteil, da sind sich die Topleute einig. Doch auch einige hohe Nummern fuhren am Freitag noch vorne rein, was die Verwirrung mancherorts perfekt machte.

Eine persönliche Rechnung mit der Lauberhornabfahrt offen hat Klaus Kröll, der sich im Vorjahr im Training einen Handwurzelknochenbruch zugezogen hat und im Rennen gleich beim ersten Tor ausrutschte. Nach einer bisher nicht optimal verlaufenen Saison hat er jetzt allerdings wieder das richtige Gefühl.

(apa/red)

16.1.2010 07:54