Plünderungen und Gewaltausbrüche: Haiti versinkt nach schwerem Erdbeben im Chaos
- Vermummte Männer mit Macheten ziehen herum
- Lieferstopp: Derzeit kein Platz für neue Hilfsgüter
Hoffnungsschimmer: Überlebende in den Trümmern
·Zwischen Hoffnung, Chaos und Gewalt
BILDER: In Haiti geschehen noch Wunder
·"Haben gedacht, wir müssen alle sterben"
Österreicher erlebten Erdbeben hautnah mit
·Nach elf Tagen aus Trümmern gerettet
CNN-VIDEO: Wunder inmitten des Grauens
·Eines der ärmsten Länder weltweit - Haiti
Durch Misswirtschaft
und Naturkatastrophen
·Die Plattentektonik
im Bereich der Karibik
GRAFIK: Factbox zum Katastrophengebiet Haiti
·Die tödliche Gefahr aus dem Erdinneren
Die schwersten Erdbeben der letzten Jahre

Plünderungen und Gewaltausbrüche haben nach dem schweren Erdbeben auf Haiti Einzug gehalten. Die Polizei setzte in der Nähe des Präsidentenpalastes Tränengas gegen Plünderer ein. Doch es gibt auch Hoffnung und positive Überraschungen: Mehr als fünf Tage nach dem verheerenden Beben ziehen Rettungskräfte immer wieder weitere Überlebende aus den Trümmern.
Die Polizei fuhr mit Lastwagen in eine Menge am Alten Markt in der Hauptstadt Port-au-Prince, um Hunderte Menschen auseinanderzutreiben. Sie hatten versucht, Güter aus teilweise zerstörten Läden mitgehen zu lassen. Im Elendsviertel Cite Soleil beobachtete ein Reporter, wie ein Bewaffneter einem Motorradfahrer einen Sack Reis raubte.
Vermummte junge Männer zogen mit Macheten durch die Stadtviertel. Die Behörden warnten davor, dass sich die Gewalt weiter ausbreiten könnte. Ein Polizist sagte, es gebe die Anordnung, nur im Notfall auf Menschen zu schießen. "Wir sind zu wenig und diese Leute sind zu verzweifelt."
Überlebende in den Trümmern
Am Sonntagabend gelang es Rettungskräften, aus den Trümmern eines Supermarkts zwei Überlebende zu bergen. Der 30 Jahre alte Mann und die 40-jährige Frau konnten sich von Lebensmitteln des eingestürzten Geschäfts ernähren. Zuvor hatte ein Polizist gemeldet, drei weitere Menschen seien gerettet worden. Allerdings sinkt die Chance für die Verschütteten von Stunde zu Stunde. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben mehr als 1.700 Rettungskräfte bisher über 70 Menschen lebend aus den Trümmern gerettet.
Die Europäische Union will 20 Millionen Euro Soforthilfe geben. UNO-Generalsekretär Ban sagte, das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen wolle einer Million Menschen innerhalb von zwei Wochen Nahrung zur Verfügung stellen. Die Zahl soll in einem Monat verdoppelt werden.
Kein Platz für Hilfslieferungen
Dich in den nächsten 48 Stunden können keine neuen Hilfslieferungen mehr zum Flughafen in Haiti geflogen werden. Für neue Güter gibt es zurzeit keine Lagerungsmöglichkeiten mehr. Auch auf dem Landweg ist der Transport von Hilfsgütern schwierig. Zudem wird der Treibstoff immer knapper.
Auch gegen Präsident Preval richtet sich der Zorn der Menschen. Bisher ließ sich Preval weder bei den Rettungskräften sehen, noch wandte er sich seit dem Beben direkt an das Volk. Deshalb mehren sich die Rufe nach einer Rückkehr von Jean-Bertrand Aristide, der 2004 abgesetzt wurde und derzeit im Exil in Südafrika lebt.
(apa/red)
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