EU-weite Jagd auf Drogenhändler:
300 Wohnungen und Häuser durchsucht
- Zwei Hausdurchsuchungen auch in Österreich
- Ergebnisse werden in Kürze bekannt gegeben
Im Zuge einer großangelegten Drogenrazzia haben Ermittler am Mittwoch rund 300 Häuser und Wohnungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Slowenien durchsucht. Mehr als 1.000 Polizisten waren laut dpa im Einsatz, wie das Landeskriminalamt (LKA) in München mitteilte. Die Beschuldigten sollen seit 2007 die drogenähnliche Substanz Gamma-Butyrolacton (GBL) bezogen und zum Verkauf angeboten haben. Mindestens zwei Hausdurchsuchungen hat es auch in Wien und Salzburg gegeben, berichtete das österreichische Bundeskriminalamt (BK) in Wien.
Anlass für die Durchsuchungen unter Federführung der Nürnberger Staatsanwaltschaft war ein Ermittlungsverfahren gegen einen 31-jährigen Chemiegroßhändler aus Mittelfranken. Ihm wird zur Last gelegt, über mehrere Jahre GBL an zahlreiche Abnehmer verkauft zu haben. Dieser wurde "bereits vor einem halben Jahr festgenommen", sagte Christian Brauner, Pressesprecher im LKA München. Im Zuge der Ermittlungen habe man die EDV-Daten des Unternehmens ausgewertet, so sei man auf die Großabnehmer des Verdächtigen gestoßen.
Darunter sollen sich auch mehrere Österreicher befinden. BK-Sprecher Alexander Marakovits zufolge hat es am Mittwoch jeweils in Wien und Salzburg eine Hausdurchsuchung gegeben. "Laut ersten Zahlen dürften es aber mehr Verdächtige gewesen sein", ergänzte Brauner.
Detaillierte Ergebnisse in Kürze bekannt
Da die Hausdurchsuchungen zum Teil noch laufen, werden konkrete Ergebnisse erst am Donnerstag vorliegen. Weitere Informationen wollen die deutschen Behörden auf einer Pressekonferenz morgen, Donnerstag, in München bekanntgeben.
Das GBL, das in der Industrie als Lösungsmittel eingesetzt wird, ist ein Vorprodukt für das "Liquid Ecstasy". Es gilt vor allem in Kombination mit Alkohol als sehr gefährlich. Bereits ein Milliliter ruft euphorische Gefühle hervor. Größere Mengen können zu Schwindel und Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma führen. (apa/red)
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