Historische Zäsur nach Wahlen in Chile:
Konservativer Pinera ist neuer Präsident
- Rechte erstmals seit Pinochet wieder an der Macht
- Milliardär Pinera gewinnt Stichwahl mit 52 Prozent

Chile steht vor einer historischen Zäsur: Der schwerreiche rechtskonservative Unternehmer Sebastian Pinera hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt in dem südamerikanischen Land gewonnen. Pinera erhielt nach der Auszählung fast aller Stimmzettel knapp 52 Prozent der Stimmen, sein Rivale von der Mitte-Links-Koalition, Eduardo Frei, kam entsprechend auf gut 48 Prozent.
Damit kommt in Chile die politische Rechte erstmals seit dem Ende der Pinochet-Diktatur (1990) wieder an die Macht in Chile. Anhänger Pineras brachen in spontanen Jubel aus und feierten ihren Wahlsieg in den Straßen der Hauptstadt.
Frei gestand seine Niederlage bereits ein. "Sebastián Pinera ist der gewählte Präsident. Ich wünsche ihm Erfolg und rechne mit Dialogbereitschaft", sagte der 67-jährige Christdemokrat vor Anhängern in der Hauptstadt Santiago.
Frei strich in seiner Rede zugleich die Erfolge der 20-jährigen ununterbrochenen Regierungszeit des Mitte-Links-Bündnisses Concertacion heraus. "Chile steht heute viel besser da als 1990", sagte der frühere Präsident (1994-2000). Im ersten Wahlgang war Frei auf knapp 30 Prozent der Stimmen gekommen, während Pinera 44 Prozent verbuchte.
Die in der Bevölkerung äußerst beliebte Präsidentin Michelle Bachelet durfte gemäß Verfassung nicht unmittelbar für eine zweite Amtszeit antreten. Deshalb schickte die Concertacion den ehemaligen Präsidenten Frei wieder ins Rennen - eine Entscheidung, die viele Wähler nicht überzeugte. Trotz der Popularität Bachelets sind viele Chilenen von der regierenden Mitte-Links-Koalition desillusioniert und wollen neue Gesichter in der Politik sehen.
(apa/red)
Causa Buwog15:53
KHG-Anwalt verurteiltAnklage wegen Urkundenunterdrückung - Kanzlei weist die Vorwürfe zurück
US-Präsidentschaftswahlen15:05
Romneys Klotz am BeinDer milliardenschwere Investor macht dem Obama-Rivalen das Leben schwer
Altkanzler in Ungarn13:52
Schüssel lobt OrbanEx-Kanzler bei Konferenz in Budapest: "Regierung verdient Achtung für ihre Arbeit"
