Asylzentren in allen neun Bundesländern:
Vorschlag der Diakonie soll Lage verbessern
- Brächte Entlastung für Traiskirchen und Thalham
- Trennung von Erstaufnahme und behördlicher Prüfung

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Asylwerber sollen in Zukunft interniert werden
In der Diskussion um ein weiteres Asyl-Erstaufnahmezentrum fordert die Diakonie ein ausdifferenziertes Aufnahmesystem für Österreich. "Dadurch wäre eine Entlastung der beiden derzeit bestehenden Erstaufnahmezentren in Traiskirchen und Thalham möglich, bei gleichzeitiger Kosteneinsparung, Effizienz und Gerechtigkeit", zeigte sich Direktor Michael Chalupka in einer Aussendung überzeugt.
Kernpunkt des Diakonie-Vorschlags ist die zeitliche und räumliche Trennung der Bereiche Erstaufnahme und behördliche Prüfung. Nach einer in wenigen Tagen abzuschließenden Erstbefragung samt medizinischer und psychischer Anamnese und Feststellung des Betreuungsbedarfs sollen die Asylwerber in eine Betreuungsstelle des Bundes verlegt werden, von denen es nach Vorstellung der Diakonie in jedem Bundesland eine geben könnte. Sie sollten eine Maximalgröße von 100 bis 150 Bewohnern haben und an Orten mit guter infrastruktureller Anbindung liegen.
Nach Abschluss des Zulassungsverfahrens könnte der Bescheid zugestellt und der Asylwerber - bei Zulassung des Verfahrens - in ein Quartier im selben Bundesland überstellt werden.
Quoten besser gesteuert
Die Vorteile aus Sicht der Diakonie: Es gäbe keine kostenintensive Behördenstruktur in den Betreuungsquartieren des Bundes. Außerdem würden die Quoten besser gesteuert, da sich Asylsuchende bereits im Bundesland befänden und von dort, nach Zulassung ihres Asylverfahrens, in die Landesquartiere überstellt würden. Der Aufenthalts von Asylsuchenden im Erstaufnahmezentrum würde auf wenige Tage verkürzt, was eine deutliche Entlastung von Traiskirchen und Thalham brächte.
"Hätten wir in Österreich ein Ministerium für Migration, zu dessen zentraler Aufgabe auch der Flüchtlingsschutz zählen müsste, wäre die fragwürdige Idee eines Internierungslagers für Schutzsuchende wohl kein Thema", meinte Chalupka abschließend, "dafür aber die Arbeit an konstruktiven und bedarfsorientierten Betreuungsformen für Flüchtlinge."
(apa/red)
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