Praktikantensuche eine "miese Politshow":
Eigene Partei-Mitglieder belegen Top-Plätze
- Vom JVP-Bezirksobmann bis zu Gemeinderäten
- Unbezahltes Praktikum bei Josef Pröll in der Kritik
·Kritik und Spott für
die ÖVP-Kampagne
Studenten suchen jetzt den "Superminister"
·Die Suche nach dem
"Superpraktikanten"
Wollen Sie J. Pröll eine
Woche lang begleiten?

Die Chance, dass Vizekanzler Josef Pröll Ende Jänner ein schwarzes Parteimitglied als "Superpraktikant" zur Seite haben wird, ist groß: Unter jenen Bewerbern, die sich derzeit in den Top-Ten (Stand: 12. Jänner 2010) befinden, sind mindestens fünf der ÖVP zuzurechnen - die Funktionen der Kandidaten reichen vom JVP-Bezirksobmann bis zur jungen Gemeinderätin der Volkspartei. Die sozialistische Jugend spricht von einer "miesen Politshow".
Der 16-jährige Felix Horvat will "als Superpraktikant viel von unserem erfolgreichen Vizekanzler, Finanzminister und Bundesparteiobmann lernen". Die Chancen für den Bezirksgeschäftsführer der JVP Penzing in Wien stehen nicht so schlecht, immerhin führt er drei Tage vor dem Ende des Votings das Ranking an. Doch auch andere Parteikollegen wollen eine Woche an der Seite des ÖVP-Chefs verbringen: Neben Horvat finden sich unter den Top-Ten noch Marina Mutz, VP-Gemeinderätin in Palterndorf (NÖ), Nikolaus Granser, Bezirksobmann der JVP Hollabrunn (NÖ), Johannes Kruty, der für die Volkspartei im Gemeinderat in Gänserndorf (NÖ) sitzt und Cornelia Rößler von der steirischen JVP.
Starke Kritik an diesem Umstand kommt von der Jugendorganisation des Regierungspartners. Die Sozialistische Jugend spricht in einer Aussendung von eine "miesen Politshow" und vermutet, dass nur ÖVP-Parteigänger eine Woche mit Josef Pröll verbringen wollen. Und ein weiteres Mal im Kreuzfeuer: Die Nichtbezahlung des Praktikums. Gefordert wird ein "PraktikantInnengesetz", in dem genau das verhindert werden soll.
Bis 15. Jänner kann man seine Stimme noch auf www.superpraktikant.at abgeben, die besten fünf schaffen es ins Finale. Wer schließlich das Rennen macht, entscheidet sich am 21. Jänner in einer Finalshow, bei der die fünf besten Kandidaten unter den Augen des ÖVP-Chefs und weiteren Jurymitgliedern verschiedene Aufgaben lösen müssen. Bis dahin heißt es für die Bewerber noch einmal anstrengen, immerhin soll Pröll nach den Worten eines JVP-Kandidaten am Ende sagen: "Schön dass es angagierte (sic!) Jugendliche gibt".
(apa/red)
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