Für Priklopil war Natascha "meine Bibi":
Psyche des Entführers ist durchleuchtet
- NEWS: Entführung war wohl schon jahrelang geplant
- Plante Prikopil etwa Herat mit Natascha Kampusch?

·Wolfgang Priklopil war ein Einzeltäter
Der Endbericht: "Akte Kampusch" geschlossen
·Mehr als acht Jahre lang in diesem Verlies
GRAFIK: Das "Gefängnis" der Natascha Kampusch
·Kriminalfall mit Ermittlungsfehlern
Eine Chronologie der Kampusch-Erhebungen
Das Verbrechen an Natascha Kampusch war das Gräuelwerk - eines Einzelnen. Die Entführung des Mädchens, damals, am 2. März 1998, ist also von Wolfgang Priklopil alleine geplant und durchgeführt worden; er alleine hat sein Opfer achteinhalb Jahre lang gefangen gehalten. Das steht für die Ermittler jetzt eindeutig fest; die "Akte Kampusch" gilt daher als geschlossen.
Die Causa war im vergangenen Jahr neu aufgerollt worden; sämtlichen Hinweisen - auch den abstrusesten zu dem Fall - wurde dabei nachgegangen, und es fanden nochmals umfangreiche, lange Verhöre statt. Mit Menschen aus dem Umfeld des Opfers und des Täters. Und mit Natascha selbst.
Aufgrund dieser ausführlichen Einvernahmen (darunter auch den Aussagen von Ernst H. - dem besten Freund Priklopils, welchem der Täter wenige Stunden vor seinem Tod eine Art "Lebensbeichte" abgelegt hatte) ist es nun gelungen, ein "posthumes Täterprofil" des Kidnappers zu erstellen.
Jahrelange Planung
Wie NEWS in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, dürfte der Täter sein Verbrechen schon jahrelang geplant gehabt, und sein Opfer genau ausgesucht haben. Seine irre Idee sei gewesen, ein Kind zu entführen und es in Gefangenschaft zu seiner "Traumfrau" - "aus einem grauen Entlein einen wunderschönen Schwan" - zu machen.
Das Motiv für die Wahnsinnstat wäre vor allem in den immensen Minderwertigkeitskomplexen des Täters suchen. Er hielt sich selbst für hässlich; empfand sich jeder erwachsenen Frau gegenüber als unterlegen.
Das Kidnapping sei zwar "von langer Hand entworfen" worden, aber letztendlich "spontan" geschehen. Die Hinweise dafür: Noch für Mitte März 1998 hatte Priklopil einen Skiurlaub geplant gehabt, auch das Verlies im Keller seines Hauses war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt gewesen.
Priklopils "Bibi"
Bereits am ersten Tag der Entführung hat der Täter seinem Opfer einen neuen Namen gegeben. Bis zu ihrer Selbstbefreiung nannte der Peiniger Natascha "Bibi". Priklopils weiterer Plan dürfte gewesen sein, das Mädchen irgendwann vollends in seine "offizielle Welt" zu integrieren, ihr möglicherweise einen neuen Pass zu beschaffen, sie vielleicht sogar zu heiraten.
Mehr dazu gibt es im NEWS 02/10 zu lesen
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