Salzburger Debake: Heinz Sichrovsky über den aktuellen Skandal
- Auch bei den Festwochen bleiben noch Fragen
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Der fristlos entlassene technische Direktor der Salzburger Sommerfestspiele, dessen Leben sich in eine Tragödie verheerenden Ausmaßes gewendet hat, kann immerhin fürsich beanspruchen, überprüfbare Leistungen von ebensolcher Qualität erbracht zu haben: Das von ihm an die Osterfestspiele gelieferte (und vielleicht übergebührlich verrechnete) Know-how war es nicht, was dieses Festival ins Debakel geführt hat.
Dafür ist der andere entlassene, wenn auch zuvor von höchster politischer Seite aufsichtsrätlich kontrollierte Herr zuständig: Osterfestspielgeschäftsführer Michael Dewitte und seine Gattin haben für eine Woche Programm mit zwei Opernvorstellungen und vier Konzerten mehr als 600.000 Euro Bürokosten und fast 100.000 Euro Reisekosten pro Jahr verrechnet. Die Opern waren zuletzt bloß Importe aus dem Großverteiler jener Blase um das Festival von Aix-en-Provence, die auch die Wiener Festwochen musikalisch beliefert. Der dortige Musikchef hat seinen Bereich gleichfalls marginalisiert, ist selten anwesend und verdient hübsch. Nur einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Künstlern und Medien war es zu danken, dass er
nicht Intendant der Salzburger Sommerfestspiele wurde. Ein kontrollierender Blick auf seine Wiener Gebarung wurde an dieser Stelle mehrfach angemahnt, aber bis zur Stunde nicht geworfen.











Markus R. Leeb
Pohl-Position
Tino Teller
Heinz Sichrovsky