Mittwoch, 13. Jänner 2010

Hypo-Coup Nummer zwei: Markus
R. Leeb über Versuche und Versuchung

  • Prospekt preist 2008 das verminderte Risiko der Hypo
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Wir staunten nicht schlecht, als wir im Zuge der Hypo-Recherchen auf jene brisanten Unterlagen stießen, die von einem zweiten Hypo-Einstiegsversuch im Juni 2008 zeugen.

Mit Kingsbridge Capital und der Credit Suisse als Berater waren wieder jene am Werk, die auch schon beim „Project Knox“ Anfang 2007 Erfolg hatten. Damals hatten Investoren um Berlin & Co binnen weniger Monate rund 160 Millionen Euro verdient. Das gute Geschäft sollte wohl 2008 wiederholt werden. 500 Millionen Euro, so der Plan, sollten im Rahmen einer Kapitalerhöhung investiert werden. Der Ausstieg sollte durch einen Börsengang der Hypo ab 2010 erfolgen. Welche Rolle Berlin & Co dabei gespielt haben, bleibt offen, da Tilo Berlin nur eine sehr allgemeine schriftliche Stellungnahme übermitteln ließ. Immerhin war Berlin damals Vorstandsvorsitzender der Hypo Group, was in der Unterlage positiv hervorgehoben wird: „ein kompetentes Managementteam, das die Restrukturierung leitet“. Weiters wird das neue Businessmodell gelobt, welches nun weniger riskant sei. Gleichzeitig stieg unter Vorstandschef Berlin das vergebene Kreditvolumen 2008 um ca. fünf Milliarden Euro auf 30,6 Milliarden Euro an. Was den Deal letztendlich verhindert hat, bleibt aber offen.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

13.1.2010 12:51