Venezolaner stürmen Elektrogeschäfte:
Chavez kündigte neuen Wechselkurs an
- Bestimmte Importe sollen künftig teurer werden
- Anstieg bei Produkten, die besonders "wichtig" sind

Die Ankündigung eines dualen Wechselkurssystems, das bestimmte Importe deutlich teurer macht, hat in Venezuela einen Massenansturm auf Elektrogeräte ausgelöst. Vor der Einführung des neuen Wechselkurses, der unter anderem Elektro- und Telekommunikationsgeräte, Autos, Getränke und Tabak verteuern wird, versammelten sich Dutzende Menschen bereits vor der Öffnung vor den Elektroläden in Caracas, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
In den Geschäften bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die schnell noch einen Kühlschrank, einen Fernseher oder eine Waschmaschine kaufen wollten. "Wir haben beschlossen, dass heute der Tag für den Kauf eines Fernsehers ist, bevor die Preise explodieren", sagte eine Kundin. Sie habe sich in mehreren Geschäften umgesehen und überall habe es lange Schlangen gegeben. Die Elektrogeräte seien rasend schnell verkauft worden.
Bisher lag der venezolanische Wechselkurs bei 2,15 Bolivar pro US-Dollar. Staatschef Hugo Chavez hatte angekündigt, künftig gelte für Einfuhren aus dem Ausland, die die sozialistische Regierung als wichtig erachte, ein Wechselkurs von 2,6 venezolanischen Bolivar für einen US-Dollar. Ein deutlich ungünstigerer Kurs von 4,3 Bolivar pro Dollar soll dann für Importe gelten, die als nicht so wichtig erachtet werden. Der günstigere Wechselkurs gilt für Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Bücher, Maschinen und andere technische Geräte sowie für alle Bestellungen der Behörden und Geldsendungen aus dem Ausland. Der ungünstigere Kurs soll unter anderem auch auf Chemikalien und petrochemische Produkte angewendet werden. (apa/red)
