Japan Airlines steht kurz vor der Insolvenz:
Gläubigerbanken geben den Widerstand auf
- Nur staatliche Notkredite halten Linie noch in der Luft
- US-Fluglinien unterdessen an Beteiligung interessiert

Eine Insolvenz der angeschlagenen Fluggesellschaft Japan Airlines wird laut Medienberichten immer wahrscheinlicher. Die wichtigsten Gläubigerbanken hätten den Widerstand gegen die Sanierung in einem Insolvenzverfahren weitgehend aufgegeben, berichtete das "Wall Street Journal".
Das japanische Finanzministerium und die staatliche Entwicklungsbank unterstützten eine Insolvenz von Japan Airlines (JAL) mit Gläubigerschutz, meldete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Dass der Staat zu einer solchen radikalen Lösung bereit ist, zeichnete sich bereits in den vergangenen Tagen ab. Die hoch verschuldete Airline kann sich derzeit nur dank staatlicher Notkredite in der Luft halten.
Die Gläubigerbanken sperrten sich lange gegen eine Insolvenz, da sie befürchteten, ihr Geld nicht mehr wiederzusehen. Das "Wall Street Journal" schreibt, nach einem Vorschlag der staatlichen Anstalt ETIC, die Unternehmen bei der Sanierung unterstützen soll, müssten die Banken insgesamt auf die Rückzahlung von mehr als 300 Milliarden Yen (2,2 Mrd Euro) an Krediten verzichten. Für einen Teil der Summe sollen sie demnach JAL-Anteile bekommen.
US-Fluglinien an Beteiligung interessiert
Parallel zu den Insolvenz-Überlegungen überschlagen sich die beiden US-Rivalen American Airlines und Delta mit Beteiligungsangeboten. Laut Medienberichten stockte American Airlines sein Angebot auf 1,4 Milliarden Dollar auf. Delta bietet zusammen mit Partnern eine Finanzspritze von einer Milliarde Dollar an. Die beiden Fluggesellschaften streben jeweils eine Minderheitsbeteiligung an. Für sie ist Japan Airlines wegen der lukrativen Strecken im Asien-Pazifik-Raum interessant. (apa/red)
