Klicken in der Causa Hypo Handschellen?
Gerüchte wissen von baldigen Haftbefehlen
- Justizministerium und Staatsanwalt winken vorerst ab
- Brisante Informationen aus München wären möglich

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"Hypo Alptraum Adria": Land zahlt 150 Mio. Euro
Im Skandal um den Anteilsverkauf der Hypo Alpe Adria an die Bayerische Landesbank könnten die ersten Haftbefehle bevorstehen. Laut Gerüchten aus Justizkreisen hat das Justizministerium die Staatsanwaltschaft Klagenfurt beauftragt, gegen Ex-Hypo-Chef Tilo Berlin einen Haftbefehl wegen Verdachts auf Betrug und Untreue auszusprechen.
In der "Soko Hypo" will man davon jedoch nichts wissen. Der "Kurier" zitiert den Leiter der Sonderkommission, Bernhard Gaber, folgendermaßen: "Es könnte aber sein, dass aus München so brisante Einvernahmen übermittelt worden sind, dass man sich diesen Schritt überlegt." Mann könne "jeden Tag damit rechnen", dass gegen Berlin, den langjähriger Ex-Chef der Hypo, Kulterer und andere Manager ein Haftbefehl ausgesprochen werden kann. "Dafür braucht man aber schon sehr gute und ausreichende Beweise", so Gaber.
Ministerium und Staatsanwalt schweigen
Im Justizministerium in Wien war am Montag ebenfalls nichts davon bekannt. Woher dieses Gerücht komme, wisse man nicht, "aus dem Justizministerium kommt es sicher nicht", hieß es zur APA.
Auch in der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt kann man "natürlich keine Auskunft zu irgendwelchen Anträgen" geben. Es werde das Verfahren weiter gegen Verantwortliche der Hypo geführt, ohne Personen zu nennen, so ein Sprecher.
Wandert der Fall nach München?
Gemutmaßt wird allerdings, dass der Fall einer anderen als der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt zugeteilt wird. "Das könnte ich mir durchaus vorstellen, denn in München sind ja 28 Personen mit der Causa Hypo beschäftigt und in Klagenfurt gerade ein Staatsanwalt", so "Soko Hypo"-Boss Gaber.
Der Versuch der Kärntner Grünen, die juristische Aufarbeitung des Hypo-Verkaufs an die BayernLB aus Kärnten weg zu bringen, dürfte unterdessen scheitern. Die Oberstaatsanwaltschaft Graz wird den Fall "ziemlich sicher" an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt weiterreichen, hieß es heute. Es gebe aus Grazer Sicht keinen Grund, der Kärntner Behörde den Fall zu entziehen.
(apa/red)
