Mit eisigem Fahrtwind wird zu rechnen sein:
Ganz Kärnten blickt auf das Freiluftderby
- KAC und VSV matchen sich unter freiem Himmel
- Veranstalter sorgen sich nicht um schlechtes Wetter

Vor der österreichischen Rekordkulisse von 30.500 Zuschauern treten heute der KAC und der VSV in der Klagenfurter Wörthersee-Arena gegeneinander an. Das traditionsreiche Kärntner Eishockey-Derby wird wohl wegen mehrerer Eisreinigungen und längerer Drittelpausen (20 statt 15 Minuten) ein bisschen länger dauern. Trotz starker Schneefälle am Freitag in Kärnten, den für heute prognostizierten Temperaturen um den Gefrierpunkt und weiteren Niederschlägen bleiben die Veranstalter optimistisch.
"Wir gehen vollkommen davon aus, dass wir planmäßig spielen werden", sagte Daniel Greiner, Leiter der Sportpark GmbH, gegenüber der APA. Sollte das Wetter so schlecht sein, dass das Match abgesagt werden muss, ist Sonntag als Ausweichtermin angesetzt. Dieser wird aber laut Greiner nicht nötig sein. "Wir haben zwei Eismaschinen da. Wenn das Eis schwerer spielbar ist, müssen wir halt öfter reinigen oder mal ein Drittel unterbrechen".
Für die Spieler wird das 277. Derby ein besonderes Erlebnis. Für Einige ist ein Punktspiel unter freiem Himmel ganz neu, manche österreichische Routiniers wie Christoph Brandner oder Dieter Kalt waren Anfang der 90er-Jahre schon in Ehrwald dabei. "Ich bin gespannt, wie die Atmosphäre ist", meinte Brandner, der sich mit seinen Kollegen am Freitag mit einem Training in der Wörthersee-Arena auf die ungewöhnlichen Verhältnisse einstimmte.
Nicht zu viel beeindrucken lassen
Nicht zu viel beeindrucken lassen, fordert der Kapitän jedenfalls. "Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, wie konzentriert man ist, wie man sich vom Umfeld beeinflussen lässt. Wir dürfen nicht zu viel nach außen schauen, nicht locker spielen, nicht in unserer Situation", erklärte Brandner, der mit dem KAC derzeit nur auf Rang sieben liegt.
Die Kälte wird wohl ein bisschen gewöhnungsbedürftig sein, vor allem mit "Fahrtwind am Eis wird es richtig frisch", so Brandner. Spezielle Ausrüstung wird er aber ebenso wenig wie Kalt anlegen. "Mich behindert alles, was ich extra anhabe", begründete Kalt, warum er in normaler Montur einlaufen wird. "Aber das Spiel ist was Besonderes. Es ist für jeden eine Umstellung, von der Temperatur her, von der Optik her", betonte der Teamstürmer, der die Punkte nicht aus den Augen lassen will.
KAC sucht Rückkehr zum Erfolg
Immerhin ist der KAC im neuen Jahr noch ohne Sieg, durch die Rückkehr einiger langzeitverletzter Leistungsträger soll es aber wieder bergauf gehen. "Die letzten drei Spiele waren enge Spiele, die hätten wir auch gewinnen können. Momentan verlieren wir sie noch, aber wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Kalt nach der 1:3-Niederlage am Donnerstag in Wien. Vor Rekordkulisse und wohl auch vielen TV-Zuschauern wäre das Open-Air-Spektakel der beste Zeitpunkt, das zu zeigen.
Der VSV feierte zuletzt drei Siege in Serie, von einer Favoritenrolle will VSV-Kapitän Mike Stewart aber nichts wissen. "In einem Derby gibt es keinen Favoriten. Wenn Villach und Klagenfurt gegeneinander spielen, dann ist alles offen. Und ein Freiluftderby vor 30.500 Fans zu bestreiten, das ist für beide Mannschaften neu", sagte der 37-jährige Verteidiger, der aus Übersee Unterstützung bekommt. "Es ist sicherlich etwas ganz Besonderes, so ein Spiel erleben zu dürfen. Meine ganze Familie wird live dabei sein, sogar mein Onkel und meine Tante kommen aus Kanada", kündigte Stewart an.
Doch es soll auch im Lager des VSV der Fokus auf dem Spiel liegen. "Es ist eine super Werbung für den Eishockeysport - aber es geht auch um zwei Punkte. Uns erwartet ein ganz offenes Spiel - ein richtiges Derby mit Play-off-Charakter - das wir unbedingt gewinnen wollen", betonte VSV-Trainer Johann Strömwall.
(apa/red)
