Der Tourneesieger 2010 heißt Andi Kofler:
Tiroler behält in Bischofshofen die Nerven
- Morgenstern holt Tagessieg vor Ahonen und Ammann
- Spannung bis zum Schluss im letzten Wettbewerb

·Kofler: Ein kerniger Tiroler Naturbursch
Tourneesieger flog schon durch einige Karrieretiefs
·"Wunderteam" will am Boden bleiben
Hinter Skispringer-Erfolg steckt viel harte Arbeit
·Gesamtwertung der Vierschanzen-Tournee
PLUS: Die Ergebnisse
der vier Einzelspringen
·Skispringen: So
steht es im Weltcup
Die Weltcupstände
und der Nationencup
Österreichs Skisprung-Team hatte am Dreikönigstag in Bischofshofen erneut allen Grund zum Jubel: Andreas Kofler brachte seinen Vorsprung sicher mit 13,3 Punkten Vorsprung auf den Finnen Janne Ahonen und 15,6 vor Tournee-Titelverteidiger Wolfgang Loitzl ins Ziel. Thomas Morgenstern stand erstmals seit Februar 2008 ganz oben auf dem Stockerl und feierte seinen 13. Weltcupsieg.
Kofler, der nach zwei Jahren der sportlichen Krise nun triumphal zurückgekehrt ist, war freilich überglücklich. "Ich hätte mir nie gedacht, dass ich einmal die Tournee gewinnen kann. Das ist ein Wahnsinn. Die Saison hat lässig angefangen und das ist jetzt die Krönung", freute sich der nunmehrige Besitzer des 35.000 Euro teuren Siegerautos, einem Subaru Outback.
Der Tiroler bedankte sich auch bei seinen Teamkollegen. "Es war nicht ohne. Wir haben uns gegenseitig Energie gegeben, bei mir hat es gewirkt. Die Mannschaft gibt einem super Rückhalt." Geträumt habe er vom Tourneesieg, gab er zu. "Jetzt ist es soweit. Das ist unfassbar und macht mich stolz", betonte Kofler.
"Ein Traum geht in Erfüllung"
Doch nicht nur er lachte über das ganze Gesicht, sondern auch Thomas Morgenstern, der sich mit einer Sondereinheit in der Ramsau nach dem Bewerb in Innsbruck wieder Sicherheit geholt hatte. "In Bischofshofen zu gewinnen, da geht ein Traum in Erfüllung. Dass ich wieder ganz oben stehe, habe ich vielen Leuten zu verdanken. Ich habe oft sehr gezweifelt, das macht mich jetzt stark", lautete der erste Kommentar des Tagessiegers.
Dabei sah die Welt des ÖSV-Teams nach dem ersten Durchgang nicht mehr ganz so rot-weiß-rot aus wie vor dem Schlussbewerb: Die Triple-Gesamtführung durch Kofler, Schlierenzauer und Loitzl war durch starke Auftritte von Simon Ammann und Janne Ahonen durchbrochen. Der Schweizer Ammann war am Vortag in der Qualifikation wesentlich kürzer gesprungen und konnte daher schon als dritter Springer mit einem 136-m-Satz Druck ausüben. Er ging als Führender ins Tournee-Finale.
"Schlieri" verpatzt ersten Durchgang
Kofler behielt nach dem insgesamt siebenten Sprung mit 12,8 Zählern oder 7,1 Metern einen noch respektablen Vorsprung, dahinter gab es aber einige Verschiebungen. Ahonen war neuer Zweiter, Ammann mit 13,8 Punkten Rückstand auf Kofler (+ 7,6 m) Dritter. Gregor Schlierenzauer war mit 18,3 Punkten bzw. 9,5 Metern Rückstand schon aus dem Rennen um den Gesamtsieg. Schlierenzauer landete am Ende "nur" auf dem vierten Gesamtrang.
(apa/red)
