Sonntag, 10. Jänner 2010

Heißer Fight um Olympia-Tickets: Raich,
Pranger und Matt bangen um Slalomplatz

  • Nur Herbst bisher fix dabei - Hirscher auf gutem Weg
  • Trainer: "Glückliche Lage, fünf sehr Gute zu haben"

Es wird im Slalom spannend bis zum Schluss bleiben, davon kann man jetzt schon ausgehen. In jener Alpin-Disziplin, in der der Österreichische Skiverband (ÖSV) über das stärkste und kompakteste Team verfügt, hat nur Reinfried Herbst mit zwei Saisonsiegen seinen Startplatz für die Olympischen Spiele bereits fix in der Tasche. Die Weltmeister Manfred Pranger und Mario Matt müssen ebenso noch zumindest je ein Spitzenresultat abliefern wie Olympiasieger Benjamin Raich. Denn Marcel Hirscher ist seit Sonntag gut im Rennen und auch ein Wolfgang Hörl lauert noch im Hintergrund, für den Fall des Falles.

Mit drei guten Resultaten in der Tasche, den Rängen 6, 11 und 4, muss sich der Pitztaler Raich von allen Anwärtern wohl die wenigsten Sorgen machen. Zum Kampf um die Teilnahme im olympischen Slalom befragt, meinte Raich: "Die Aufstellung wird sicher nicht leicht, man wird sehen, was passiert, es sind noch einige Rennen. Jeder wird sein Bestes probieren, und dann wird es hoffentlich für mich eine gute Entscheidung geben. Ich werde alles versuchen, damit ich fahre", sagte Raich. Die Rennen in Wengen, Kitzbühel und Schladming finden noch vor Nominierungsschluss statt, zudem ist in Kranjska Gora noch eines vor den Winterspielen angesetzt.

Bot Raich wie Herbst bei nur einem Ausfall in vier Bewerben und Platzierungen in den Top-Elf die bisher konstanteste Leistung, so haben neben Herbst erst Pranger (Dritter in Alta Badia) und Hirscher (Zweiter in Adelboden) einen Podestplatz eingefahren. Pranger fiel aber auch zweimal aus, den zweifachen Slalom-Weltmeister Matt erwischte es nun bereits dreimal. Auf Sicherheit fuhr dieser auch in Adelboden nicht: "Ich habe riskiert, anders geht es nicht. Ich werde auch in Wengen wieder alles versuchen", sagte der Flirscher, der noch alle Chancen hat.

Giger über Auswahl erfreut
Toni Giger ist jedenfalls ganz entspannt. "Gott sei Dank haben wir so eine starke Mannschaft, wir werden schon was aufstellen", sagte der Herren-Cheftrainer. "Freilich zählt jetzt jedes Ergebnis, man sieht, dass die Burschen voll attackieren. Es sind noch genug Rennen bis zu den Spielen, wir haben die glückliche Lage, dass wir fünf sehr, sehr gute Slalomfahrer haben, und es schleicht sich jetzt der Hörli noch an mit seinem 13. Platz. Von ihm wissen wir, dass er im Training sehr, sehr schnell fahren kann."

Das war allgemein auch bekannt von Hirscher, der es am Sonntag noch besser als Hörl im Rennen umgesetzt hat. Sehr zur Freude von Giger, der am Samstag beim Mittagessen von seinem jungen Schützling noch gefragt worden war, ob er überhaupt noch unter den 15 drinnen sei und zur Startnummernauslosung müsse. "Wir haben nachgeschaut, es passte. Und dann sagte er, jetzt muss er ein gutes Resultat runterbringen, damit er sich das erhalte. Das war für Marcel keine leichte Situation. Wenn einer dreimal nicht im Ziel ist, umso mehr zählt es dann, wenn er so eine Leistung herunterbringt."

(apa/red)

10.1.2010 17:06