Sonntag, 10. Jänner 2010

Vom zwölften Rang auf das Siegerpodest:
Lizeroux gewinnt den Slalom in Adelboden

  • Hirscher landet auf dem zweiten Platz - Raich Vierter
  • Slalom-Dominator Herbst, Pranger und Mario Matt out

Während der Franzose Julien Lizeroux im Weltcup-Slalom von Adelboden von Rang zwölf zum Sieg fuhr, hat der Salzburger und Vorjahressieger Reinfried Herbst den ersten Ausfall in der Saison hinnehmen müssen. Mit Manfred Pranger (Zweiter 2009) und Mario Matt schieden zwei weitere rot-weiß-rote Topläufer aus. Der ÖSV schöpft im Torlauf aber aus dem Vollen und bejubelte den zweiten Platz von Marcel Hirscher und Rang vier für Benjamin Raich, der damit seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

Der 30-jährige Lizeroux gewann mit 0,34 Sekunden Vorsprung auf Hirscher, 0,80 auf den Kroaten Ivica Kostelic und 0,82 auf Raich, der halbzeitführende Schwede Mattias Hargin wurde Fünfter. Von den weiteren Österreichern punktete als 13. nur Wolfgang Hörl, nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert hatten sich Patrick Bechter (36.), Rainer Schönfelder (39.) sowie Pranger, Romed Baumann und Christoph Dreier, die ausschieden.

Nach einem 26. Platz und zwei Ausfällen hatte Hirscher ein gutes Ergebnis im Slalom dringend notwendig, um nicht aus der ersten Startgruppe zu fallen. Den zweiten Platz hatte sich die größte Hoffnung im ÖSV-Team richtig erarbeitet. "Der erste war ein kontrollierter Lauf. Damit kam auch die Sicherheit, im zweiten habe ich dann angegriffen." Mit dem Stockerplatz erteilte er auch allen Zweiflern eine Lektion. "Ich war im Slalom weit weg, sicher, aber nicht vom Skifahrerischen her, sondern weil ich es nicht runtergebracht habe. Das jetzt war schon super."

Herbst "schwer enttäuscht"
Herbst hatte im ersten Durchgang einen schweren Patzer, sich aber dank super Performance im Steilhang noch auf den zweiten Platz gekämpft. Im Finale passierte auf dem Schlusshang ein klassischer Einfädler. "Ich bin schwer enttäuscht, wenn man so fährt und sieht, dass man ganz vor gehört und es wehrt sich ein bisschen, dann ist das einfach schade - vor allem die verlorenen Punkte", ärgerte sich der zweifache Saisonsieger, der um vier Punkte das Rote Trikot gegenüber Lizeroux verteidigte. "Dranbleiben, hart arbeiten, den einen oder anderen Ausfall musst du in Kauf nehmen im Slalom, da hast du keine Garantie."

Nach einem ebenfalls krassen Fehler im oberen Teil des zweiten Durchgangs kämpfte sich der Pitztaler Raich ins Ziel - und war vom Ergebnis überrascht. "Zuerst hatte ich das Gefühl, ich muss alles zerreißen, muss den Fehler wieder gut machen. Ich habe aber gleich bemerkt, das geht nicht auf, also habe ich versucht, so gut wie möglich ins Ziel zu fahren und zu nehmen, was ist. Und das ist für den Fehler eh sensationell." Carlo Janka, Raichs aktuell größter Konkurrent um die große Kugel, schied aus, der Österreicher hat 639 Punkte auf dem Konto, der Schweizer 577.

(apa/red)

10.1.2010 16:00