Samstag, 9. Jänner 2010

Bombenexplosion im Stadtzentrum Athens:
Polizei vermutet Linke hinter Anschlag

  • Rechtzeitige Absperrung nach anonymem Hinweis
  • Keine Verletzte und geringe Sachschäden gemeldet

Nahe dem griechischen Parlament in Athen ist am Samstag ein Bombenanschlag verübt worden. Nach Polizeiangaben gab es dabei jedoch keine Verletzten und nur geringe Sachschäden. Die Explosion im stark gesicherten Zentrum der Hauptstadt war kilometerweit zu hören. Die Bombe befand sich neben einem Mülleimer bei dem Grab des unbekannten Soldaten nahe dem Parlamentsgebäude.

Laut Polizeiangaben gab es 17 Minuten vor der Detonation einen Warnanruf bei einer griechischen Tageszeitung, so dass Beamte das Gelände rechtzeitig absperren konnten. Zum Zeitpunkt des Anschlags fand im Parlamentsgebäude ein Treffen von Abgeordneten der regierenden Sozialisten (PASOK) mit dem Innenminister statt.

Zu der Tat bekannte sich vorerst niemand. Die Polizei verdächtigt eine linke Extremistengruppe hinter dem jüngsten Anschlag. Diese hatte sich bereits zu dem Bombenanschlag auf den größten Versicherer des Landes am 27. Dezember bekannt.

Die Regierung erklärte nach dem Anschlag, es werde keine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen vor dem Parlament im Stadtzentrum geben. "Die Botschaft ist sehr einfach: Die Demokratie lässt sich nicht terrorisieren", sagte Ministerpräsident Papandreou am Abend.

Und der Minister für Zivilschutz, Michalis Chrisochoidis, erklärte, das Parlamentsgelände werde für alle zugänglich bleiben. "Sie (die Täter) werden uns nicht dazu zwingen, das Stadtzentrum eine eine militarisierte Zone zu verwandeln. Athen ist eine sichere Stadt." (apa/red)

9.1.2010 22:54