Samstag, 9. Jänner 2010

Detroit-Attentäter hatte wohl Mitstreiter:
Angeblich 20 Kollegen im Jemen ausgebildet

  • Abdulmutallab lieferte "nützliche Informationen"
  • Nigerianer prahlte mit Terror-Ausbildung im Jemen

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte laut einem Medienbericht rund 20 Mitstreiter, die ebenfalls im Jemen für Terroranschläge auf Flugzeuge ausgebildet worden seien. Das berichtete der US-Sender CBS. Der 23-jährige Nigerianer war vor Gericht zu den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen befragt worden und hatte auf nicht schuldig plädiert. Der Angeklagte hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden und dabei selbst Verbrennungen erlitten.

Die US-Sicherheitsbehörden machten keine inhaltlichen Angaben zu Abdulmutallabs Verhören. Sie teilten lediglich mit, dass er "nützliche" Informationen liefere. Nach Angaben des britischen Geheimdienstes soll Abdulmutallabdamit geprahlt haben, "dass fast 20 weitere junge muslimische Männer im Jemen zur Anwendung der selben Technik zur Sprengung von Flugzeugen ausgebildet" worden seien.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen erschien der verhinderte Flugzeugattentäter erstmals vor Gericht in Detroit. Eine Grand Jury klagte den 23-jährigen jungen Nigerianer in sechs Punkten an, darunter wegen versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes. Abdulmutallab bekannte sich nicht schuldig.

Dem jungen Mann droht lebenslange Haft. Bis zur Prozesseröffnung könnte es aber noch Monate dauern. In den meisten größeren Justizfällen folgt auf die Anklageverlesung noch eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen, bevor schließlich das Hauptverfahren beginnt. Dieses dürfte nach Experteneinschätzung relativ kurz werden, weil die Beweislage klar sei: Abdulmutallab sei schließlich auf frischer Tat ertappt worden.

(apa/red)

9.1.2010 10:24