Aus Protest: Norwegische "Aftenposten" druckt Mohammed-Zeichnungen erneut ab
- Chefredakteurin will künstlerischen Ausdruck würdigen
- Grund ist Prozesses gegen Karikaturisten-Attentäter

·Zweiter Mohammed-
Zeichner bedroht
Schwedischer Karikaturist
erhält zwei Drohanrufe
·Mohammed-Zeichner mit einer Axt bedroht
Islamist war im Haus des dänischen Karikaturisten
Die Osloer Tageszeitung "Aftenposten" hat die umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen erneut abgedruckt. Chefredakteurin Hilde Haugsgjerd erklärte diese Entscheidung mit dem bevorstehenden Prozess gegen jenen mutmaßlichen Attentäter, der am Abend des 1. Jänner in das Haus von Karikaturist Kurt Westergaard eingedrungen war.
Es sei "natürlich und richtig, den journalistischen und künstlerischen Ausdruck zu würdigen, der vermutlich dieser gewalttätigen Handlung zugrunde liegt", so Haugsgjerd in ihrer eigenen Zeitung. In der liberalen norwegischen Medienwelt und in einer kulturell toleranten Gesellschaft seien die Karikaturen nicht als "krass" anzusehen, so die Chefredakteurin.
"Aftenposten" hatte die insgesamt zwölf, ursprünglich in der dänischen "Jyllands-Posten" veröffentlichten Zeichnungen bereits einmal, gleich zu Beginn der Diskussion im Herbst 2005 abgedruckt. Während der heißen Phase des Konfliktes um die Zeichnungen in der islamischen Welt im Spätwinter 2006 nahm man von einer neuerlichen Veröffentlichung in Oslo jedoch Abstand.
(apa/red)
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