Mittwoch, 6. Jänner 2010

USA werden nun im Jemen aktiv: Fühender
Al-Kaida-Mann erfolgreich festgenommen

  • War in Drohungen gegen US-Einrichtungen verwickelt
  • Westliche Botschaften wurden bereits wieder geöffnet

Sicherheitskräfte im Jemen haben einen Anführer des Terrornetzwerks Al Kaida festgenommen, der hinter den Drohungen gegen US-Einrichtungen in dem Land stecken soll, verlautete aus jemenitischen Sicherheitskreisen. Mohammed Ahmed al-Hanak sei im Krankenhaus von Raida rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sanaa zusammen mit zwei Al-Kaida-Kämpfern aufgegriffen worden.

Nach den USA haben auch Großbritannien und Frankreich ihre Botschaften im Jemen wieder geöffnet. Allerdings bleibe die Konsularabteilung geschlossen, teilte die britische Botschaft mit. Die diplomatische Vertretung war seit drei Tagen wegen einer Anschlagsdrohung des Terrornetzwerks Al-Kaida geschlossen gewesen, die französische Botschaft war zwei Tage lang zu.

US-Botschaft wieder geöffnet
Die US-Botschaft öffnete ihre Pforten bereits wieder. Der Schritt folge auf einen "erfolgreichen Einsatz" jemenitischer Sicherheitskräfte im Norden der Hauptstadt, erklärte die Botschaft dazu. Die Gefahr von Anschlägen auf US-Einrichtungen bleibe aber erhöht, hieß von der US-Botschaft. Im Weißen Haus wurde beschlossen, dass Guantanamo-Häftlinge aus dem Jemen vorerst nicht mehr in ihre Heimat überstellt werden. Die US-Behörden hätten den Transfer aus Sicherheitsgründen gestoppt. Nahezu die Hälfte der noch Inhaftierten in dem Gefangenenlager auf Kuba stammen aus dem arabischen Land.

Nach dem vereitelten Flugzeugattentat an Weihnachten waren der Jemen und die Rolle, die das Terrornetzwerk Al-Kaida dort spielt, wieder ins Visier der Terrorfahnder geraten. Offenbar hat sich der mutmaßliche Attentäter, der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, dort auf seinen Anschlag vorbereitet. Er soll auch Kontakt zu entlassenen ehemaligen Guantanamo-Häftlingen gehabt haben.

Sanaa lehnt US-Militäroperationen ab
Die jemenitische Regierung hat sich unterdessen entschieden gegen US-Militäroperationen auf ihrem Territorium gewandt. Einsätze ausländischer Soldaten im Jemen würden große Unruhe auslösen, warnte Außenminister Abu Bakr al Kirbi in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Zwar würde die Regierung in Sanaa es begrüßen, wenn die USA weitere Militärausbilder in den Jemen schicken würde, sagte Al Kirbi. Aber "eine direkte Intervention würde die Dinge nur komplizierter machen".

(apa/red)

6.1.2010 16:20