Mittwoch, 6. Jänner 2010

"System hat auf desaströse Weise versagt":
Obama geißelt die Geheimdienste Amerikas

  • Scharfe Kritik nach Spitzentreffen mit CIA und Co
  • Personelle Konsequenzen vorerst nicht zu erwarten

Die Sicherheitsdienste der USA haben nach dem Urteil von US-Präsident Obama rund um den Beinahe-Anschlag auf ein Passagierflugzeug zu Weihnachten kurz vor Detroit ihre Aufgaben nicht erfüllt. "Wenn ein mutmaßlicher Terrorist zu Weihnachten mit Sprengstoff ein Flugzeug besteigen kann, dann hat das System auf höchst desaströse Weise versagt."

"Es ist meine Verantwortung herauszufinden warum und den Fehler zu korrigieren, damit wir solche Attacken künftig verhindern können", sagte der sichtlich verärgerte US-Präsident nach einem Treffen mit seinen Geheimdienstchefs und ranghohen Sicherheitsberatern im Weißen Haus. Der Attentatsversuch hätte nach Worten von Obama im Vorfeld verhindert werden können.

Den Geheimdiensten hätten genügend Informationen dafür vorgelegen, sagte er. Die Anhaltspunkte seien aber nicht ausreichend analysiert und verknüpft worden. Ansonsten hätte der Nigerianer Abdulmutallab auf eine Liste unerwünschter Fluggäste gesetzt werden können.

Er wolle noch in dieser Woche Aufklärung darüber, was falsch gelaufen sei, sagte Obama weiter. Er forderte zudem "schnelles Handeln", um die Sicherheitslücken im System zu schließen.

Keine personellen Konsequenzen
Die USA würden das internationale Terrornetzwerk Al-Kaida ins Visier nehmen, wo auch immer die Extremistengruppe Fuß fasse, fügte er hinzu. Personelle Konsequenzen für seine Sicherheitsdienste zog Obama vorerst nicht.

Unterdessen wurden in den USA zwei Flughäfen wegen Bombenverdachts vorübergehend geräumt. Ein abgestelltes Gepäckstück im Ankunftsbereich des Internationalen Flughafens in Minneapolis führte zur Evakuierung eines Terminals. Der Verdacht entpuppte sich nach Aussagen einer Flughafensprecherin jedoch als Fehlalarm. Nach eineinhalb Stunden lief der Betrieb wieder normal.

Zuvor hatte ein Koffer mit mutmaßlich giftigen Substanzen zur Schließung eines kleinen Airports in Kalifornien geführt. Der Provinz-Flughafen von Bakersfield wurde evakuiert, nachdem zwei Mitarbeiter bei der Kontrolle des Gepäckstücks offenbar giftige Dämpfe eingeatmet hatten. Das Ganze erwies sich aber als falscher Alarm.
(apa/red)

6.1.2010 10:24
flashback007, 07. 01. '10 14:27
Dito,...
jetzt heißt es:"US-Grenzbeamte erfuhren laut "Los Angeles Times" immerhin dann von den Terrorverbindungen des mutmaßlichen Attentäters, als dieser noch im Flugzeug saß. Sie wollten den Nigerianer demzufolge nach der Landung überprüfen."..."Ein Regierungsbeamter erklärte jedoch, dass auch die neue Information nicht zu einer weiteren Prüfung des mutmaßlichen Attentäters vor dessen Abflug geführt hätte."Im Klartext: Augen zu und durch!
flashback007, 06. 01. '10 13:04
Meiner Meinung nach...
scheint mir diese Fahrlässigkeit gewollt. Schließlich versucht man mit allen Mitteln Obamas Ruf zu schädigen. Es hätte eine Welle der Empörung und Kritik an Obamas Führung gegeben, wenn dieses Attentat wirklich passiert wäre. Nichtsdestotrotz lassen einige Sender, wie Fox News, keine kurze Bedenkzeit zu und versuchen mit GITMO wieder zu punkten...http://Loom.tv/channel/19760
King_Salomon, 07. 01. '10 08:03
Re: Meiner Meinung nach...
Sie haben ganz recht. alle Dienste sind ziemlich republikanisch und haben ihre eigenen Interessen. Hauptsache wird sicherlich gewesen sein, nicht aktiv geworden zu sein. dort wo man hätte aktiv werden können, hat man sich in nobler Zurückhaltung geübt. Ziel dabei ist es, Obama zu schaden. wenn man ihn schon demokratisch durch Wahlen nicht aushebeln kann, dann halt durch solche "Katastrophen". Auch 9/11 dürfte einen solchen Hintergrund gehabt haben, damals allerdings mit der Perspektive viele hunderte Milliarden an einem Krieg und der Sicherheitsindustrie verdienen zu können. Rumsfeld und Co haben dies ja mehrmals auch zugegeben. Also Mr. President, zieh Dich warm an, die Feinde sitzen im eigenen Lager.