Samstag, 9. Jänner 2010

Asylzentrum ist Top-Thema: SOS Mitmensch
fordert mehrere kleine Erstaufnahmelager

  • Keine adäquate Betreuung in "Massenlagern" möglich
  • Ideal wären 15 Erstaufnahmelager in ganz Österreich
    Sonderegger: Man muss Bürgern "die Angst nehmen"

Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch spricht sich im Zusammenhang mit der Diskussion um das geplante Asylerstaufnahmezentrum im burgenländischen Eberau für die Errichtung mehrerer kleiner Standorte aus. Ideal wären etwa 15 Erstaufnahmelager in ganz Österreich, die jeweils maximal 80 Personen aufnehmen können, erklärte Philipp Sonderegger von SOS Mitmensch im Gespräch mit der APA. Er vermute allerdings, dass Innenministerin Maria Fekter bewusst auf "Massenlager" setze, um die Asylwerber "von der Öffentlichkeit zu isolieren".

Es sei auf jeden Fall "sinnvoll", das Erstaufnahmezentrum im niederösterreichischen Traiskirchen zu entlasten, betonte Sonderegger. Dies müsse man sowohl im Interesse der Umgebung als auch der Asylwerber tun. Um diese "vernünftig" betreuen zu können, seien allerdings kleinere Einrichtungen und keine "Massenlager" notwendig.

Kleinere Zentren würden auch dazu beitragen, den Bürgern die Angst vor Asylwerbern zu nehmen, glaubt Sonderegger. Schon oft habe sich gezeigt, dass bei einem persönlichen Kontakt zwischen Bevölkerung und Asylwerbern in überschaubarer Umgebung "plötzlich die Probleme weg" seien. Die Schwierigkeiten in den Erstaufnahmezentren wie Traiskirchen lägen nämlich nicht an den Ausländern, so Sonderegger: "Würde man nur Österreicher in eine derart große Einheit stecken, würde es die selben Probleme geben."

Unhaltbare "Zustände"
Prinzipiell gehe es um die "Zustände" in den Lagern, verweist Sonderegger beispielsweise auf Massenschlafsäle, die gleichzeitig als Wohnraum genutzt werden. Auch sei es in großen Asylzentren nicht möglich, die Betroffenen adäquat zu betreuen, besonders wenn es sich um traumatisierte Flüchtlinge handle.

Für die Bürger in Eberau, die nicht gerade begeistert auf Fekters Pläne reagiert haben, habe er aber auch Verständnis, betonte Sonderegger: "Die Bevölkerung hat jahrelang gehört, Asylwerber sind Kriminelle, eine Belastung, eine Bedrohung." Auch durch die ständigen Berichte über die Überlastung in Traiskirchen sei es "berechtigt, skeptisch zu reagieren". Dabei, so Sonderegger, hätte man das Problem "früher ganz leicht lösen können", indem man die Asylbehörden "ausreichend" ausgestattet und dadurch die Situation entspannt hätte.

Diskussion "unbefriedigend"
Die aktuelle Diskussion sei jedenfalls "unbefriedigend", und dass sich die Idee mehrerer kleiner Lager durchsetzen wird, glaubt Sonderegger auch nicht. "Es gibt handfeste Interessen hinter den Massenlagern." Fekter habe, wie Sonderegger vermutet, aus jenen Fällen in der Vergangenheit "gelernt", bei denen einzelne Asylwerber derart gut in einer Gemeinde integriert waren, dass sich die Bevölkerung gegen ihre Abschiebung eingesetzt habe. Um dies zu verhindern, versuche die Innenministerin nun offenbar, Asylwerber in großen geschlossenen Erstaufnahmezentren "von der Öffentlichkeit zu isolieren".

(apa/red)

9.1.2010 07:46
dieeule1, 09. 01. '10 11:33
sos mitmensch massenlager
ja, man könnte unseren hochgeschätzten flüchtlingen natürlich aus steuergeldern ja einfamilienhäuser bauen denn wie kommen sie dazu anders zu leben als der einheimische? Um das geld machen wir uns keine sorgen, zahlt ja sowieso alles der blöde steuerzahler! dass für arme und bedürftige österreicher kein cant vorhanden ist, hat ja nicht zu stören.. sind selber schuld, sollen schauen wie sie zurecht kommen... aber für unsere flüchtlinge darfs schon ein bisschen mehr sein!... so nun schluss mit lustig! dieser verein SOS u.ähnliche gehören normalerweise sofort abgeschafft...auf jeden fall nicht mehr staatlich gefördert!
MyHomebound, 09. 01. '10 10:32
Angst der Bürger..
Herr Sonderegger, SIE sagen: "..man muss Bürgern die Angst nehmen..". ICH sagen, es hättet IHR POLITIKER VERHINDERN müssen, daß die Bürger keine Angst haben müssen !!!!! Jetzt ist es zu spät, mit euren Versprechungen. Es wäre jetde Kommune BLÖD, wenn sie sich so ein Lager aufdrängen läßt, mit Kriminalität, Drogen, fast täglich Kämpfe drinnen im Lager unter Polizeieinsatz, Sachbeschädigungen, Einbrüche, Anböbeln lassen - wie bei uns in Traiskirchen.
Marc99, 09. 01. '10 09:59
Lieber Herr Sonderegger!
Egal ob ich weniger als 80 Asylwerber oder mehr als 300 in meiner Nachbarschaft hätte ich würde mich dagegen wehren. Und mit dieser Haltung finde ich mich bestimmt in bester Gesellschaft mit der Mehrheit der österreichischen Bevökerung. Das können realitätsfremde Träumer aus der linken Ecke nicht einfach wegdiskutieren. Ich kann mich nur immer wiederholen: Österreich braucht eine wesentlich restriktivere Asylpolitik und keine neuen Asylzentren. Jene Politiker die das erkennen werden bei den nächsten Wahlen auch entsprechend abschneiden!!!
MyHomebound, 09. 01. '10 10:25
Re: Lieber Herr Sonderegger!
Hallo Marc99: als leidgeprüfte, mit dem Lager in Traiskirchen großgewordene Person, bin ich ganz Ihrer Meinung. Vor allem ist die Entlastung von Traiskirchen durch ein drittes Lager nur Augenauswischerei durch die Kommunalpolitiker und Andere. Es treffen immer nur diese Politiker die Entscheidungen, die am WEIT WEG vom LAGER zu Hause sind. Fragt mal die unmittelbar und mittelbar betroffene Bevölkerung.

WARUM BEKOMMT TRAISKIRCHEN NICHT DIE CHANCE EINER VOLKSBEFRAGUNG - haben unsere Kommunalpolitiker Angst...... WO IST DIE DEMOKRATIE - haben wir sie wirklich in der GARDEROBE von BRÜSSEL abgegeben ???!!!!!
musicwoman, 09. 01. '10 09:28
Mehr Erstaufnahmelager
wären nicht notwendig, wenn man die EU- Richtlinen bezügl. Drittstaaten einhalten würde. Die Asylwerber sollten in diese Länder zurückgeschickt werden, damit diese sich um ein Asylverfahren kümmern. Zudem sollte der Asylprozess in spätestens einem Monat abgeschlossen sein. Wenn es im Heimatland des Asylwerbers keine Kriege oder Unruhen gibt sollte er in sein Heimatland zurückgeschickt werden. Damit er dann nicht wieder über andere Wege nach Österreich kommt,wäre die Registrierung und ein Fingerabdruck sinnvoll. Somit könnten wirkliche Asylwerber die Hilfe brauchen genügend Platz im Erstaufnahmelager finden. Zudem müssten die Herkunftsländer ( zB afrikanische Staaten ) dazu verpflichtet werden, abgewiesene Flüchtlinge wieder aufzunehmen.