Samstag, 9. Jänner 2010

Kleinkind mit HI-Virus infiziert: Eltern des Mädchens verweigerten eine Behandlung

  • Paar hält Krankheit für eine Lüge: "Aids gibt es nicht"
  • Vertrauen Wunderheiler - bekannt durch "Fall Olivia"

Ein schwer krankes Mädchen aus der Weststeiermark macht derzeit den Ärzten auf der Kinderklinik des LKH Graz Sorgen: Die Eltern der elf Monate alten Muriel sind der Meinung, dass ihre Tochter nicht an einer von Ärzten diagnostizierten HIV-Infektion leide, sondern halten die Krankheit für eine "Lüge". Es handle sich dabei ihrer Ansicht nach lediglich um eine allergische Reaktion. Erst die Medikamente gegen den HI-Virus hätten das Mädchen krank gemacht, so die Ansicht der Eltern, die an den "Wunderheiler" Ryke Geerd Hamer aus Deutschland glauben. Er wurde in den 1990er Jahren durch den "Fall Olivia" in Österreich bekannt.

Bereits seit Ende Dezember befindet sich Muriel im LKH Graz. Die Polizei hatte das Mädchen auf Anweisung der besorgten Bezirkhauptmannschaft Deutschlandsberg bei ihren Eltern abgeholt und ins Krankenhaus gebracht. Dort wird sie nun von den Ärzten behandelt. Die Kleine hat eine Lungenentzündung, die von einem Erreger hervorgerufen wurde, der als Auslöser "nur bei Menschen mit schwerstem Immundefekt beobachtet wird", hieß es in einem Schreiben des LKH Graz an die BH Deutschlandsberg.

"Aids gibt es nicht"
Muriel befindet sich noch immer in Behandlung im LKH Graz, gegen den Willen ihrer Eltern. Sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater gelten als HIV-positiv, haben die Medikamente jedoch abgesetzt, da sie zu wissen glauben, dass es Aids nicht gibt. Auf ihrer Website im Internet beklagen sie, dass nun ihrer Tochter das "Gift" (die Medikamente, Anm.) verabreicht werde und sich ihr Zustand dadurch verschlechtere. "'HIV-positiv' ist nichts anderes als ein Allergienachweis auf das männliche Smegma," schreiben die Eltern auf ihrer Internetseite.

Für die Ärzte im LKH sei es jedenfalls eine Erleichterung, dass sich Muriel nun in der medizinische Obsorge der BH befindet. Dagegen wollen die Eltern aber ankämpfen. Nur in ganz seltenen Fällen, müssten Mediziner gegen den Willen von Vater und Mutter Kinder behandeln, meinte Gernot Brunner, ärztlicher Leiter des LKH. In solchen Fällen müssten die Rechte der Eltern per Gerichtsbeschluss beschnitten werden.

(apa/red)

9.1.2010 12:02
tfpalpatine, 09. 01. '10 15:24
was soll man da noch sagen...
... da bleibt einem echt die spucke weg....

das arme kind, nicht nur schwerkrank, sondern auch noch mit solchen eltern doppelt und dreifach gestraft!

wünsch der kleinen gute besserung!
BadLieutenant, 09. 01. '10 13:51
Da hilft nur eines ...
... das Sorgerecht entziehen, und die Eltern falls notwendig bei diesen abstrusen Behauptungen in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen.