Kärnten bastelt an einer neuen Landesbank:
"Förderschiene" für regionale Unternehmen
- Land arbeitet an Überwindung des Hypo-Alptraums
- Keine Unterstützung von Seiten der Regierung

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zu Hypo-Rettungsplan
Umstrukturierungsplan soll bis März 2010 stehen
Nach dem Hypo-Debakel arbeitet Kärnten hinter den Kulissen intensiv an der Gründung einer neuen Landesbank. Die Klagenfurter Landesregierung hat dazu bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien einen Antrag gestellt. "Jetzt hängt alles davon ab, ob wir die Genehmigung erhalten werden", sagte ein Sprecher von Kärntens Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK).
Wie die Hypo Alpe Adria soll auch das neue Institut über einen umfangreichen Haftungsrahmen des Landes verfügen, wie "Die Presse" berichtet. Geplant sei, dass Kärnten über die Bank bis zu 180 Mio. Euro bewegen wird. Davon seien 100 Mio. Euro für Haftungen, 70 Mio. Euro für Kredite und 10 Mio. Euro für Beteiligungen vorgesehen.
Mit einer klassischen Bank habe das nichts zu tun, ganz im Gegenteil, so Dobernig im Radio: "Wir würden das nur als Förderschiene nutzen." Unterstützt werden sollen in erster Linie Kärntner Firmen, die wegen schwacher Bonität oder hoher Projektrisiken von anderen Finanzinstituten abgelehnt werden.
Günstige Kredite für die Wirtschaft
Laut Landesrat Dobernig ist das Projekt nötig, weil es bei der "Austria Wirtschaftsservice" (aws) - der Fördereinrichtung des Bundes - schlechte Konditionen gibt. Die Kärntner Landesbank will zinsgünstige Kredite mit einem geringen Verwaltungsaufschlag anbieten. In Kärntens Landesregierung ist von einem "langfristigen Projekt" die Rede, denn die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel II) und die Kreditklemme würden die Firmen immer mehr unter Druck setzen.
Die Kärntner SPÖ lehnt die Pläne ab. "Allein zur Gründung der Bank sind fünf Millionen Euro an Eigenkapital erforderlich. Niemand weiß, woher das Geld kommen soll", wird Kärntens SPÖ-Chef Reinhart Rohr von der "Presse" zitiert. Allein für die Hypo Alpe Adria hat das Land Haftungen in der Höhe von 18 Mrd. Euro übernommen, obwohl Kärnten unter Österreichs Bundesländern schon jetzt die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aufweist. "Das Land soll nicht selbst Bank spielen, sondern mit den bestehenden Instituten zusammenarbeiten", so Rohr.
Regierung schließt Unterstützung aus
Die FMA will sich zu den Plänen der Kärntner nicht äußern. Branchenkreise halten es der Zeitung zufolge jedoch für unwahrscheinlich, dass die Behörde das Projekt genehmigen wird. Denn im Zuge der Lizenzerteilung müssen sich die Eigentümer einer Bank einem sogenannten "Fit and Proper"-Test unterziehen. Dazu werden Stellungnahmen vom Finanzministerium und von der Nationalbank (OeNB) eingeholt. Finanzminister Josef Pröll (V) hat die Vorgangsweise der Kärntner bei der Hypo-Rettung scharf kritisiert. Vor allem die Haftungen des Landes haben laut Pröll die Verhandlungen mit dem Hypo-Haupteigentümer, der Bayerischen Landesbank (BayernLB), erschwert. Regierungskreise schließen daher eine Unterstützung für eine neue Kärntner Landesbank aus, so die "Presse".
(apa/red)
