Gibt es heuer eine neue Nummer eins?
Federer von Nadal und Djokovic gefordert
- Aber auch Murray, Del Potro und Dawydenko lauern
- Henin-Comeback sorgt für Spannung auf WTA-Tour
·Top-Ten bleiben gleich
Tennis-Weltranglisten: Vor Beginn der French Open. Stand vom 27.05.2012

Das Tennis-Jahr 2010 verspricht international an der Spitze einiges an Spannung. Weder auf der ATP-World-Tour der Herren noch auf der WTA-Tour der Damen ist ein Top-Favorit auf Weltranglisten-Position eins auszumachen. Schon für den Grand-Slam-Auftakt ab 18. Jänner in Melbourne sind Titelprognosen sehr schwierig. Doch die Australian Open werden auf alle Fälle ein Gradmesser für die restliche Saison sein.
Roger Federer geht zum fünften Mal nach 2005, 2006, 2007 und 2009 als Nummer eins in ein neues Jahr, er beginnt dieses bei einem stark besetzten Einladungsturnier in Abu Dhabi. Doch vor allem der dahinter lauernde Rafael Nadal wird alles daran setzen, seine seit Juni andauernde leichte Krise abzulegen und wieder am Schweizer vorbeizuziehen. Allerdings hat der Spanier bis in den Mai hinein sehr viel zu verteidigen.
Djokovic auf der Überholspur
Darunter nicht zuletzt eben den Australian-Open-Triumph, was Novak Djokovic die Chance zum Überholen des Iberers bietet. Der Serbe ist bei 895 Punkten Rückstand nicht nur mit Nadal auf Tuchfühlung, sondern hat auch Federer im Visier. Die Spitzenposition im Ranking ist das erklärte Ziel des 22-Jährigen, doch dafür muss er bei den Grand Slams erfolgreicher sein als zuletzt. Gewonnen hat er bisher lediglich die Australian Open 2008.
Seinen ersten Major-Titel noch vor sich hat Andy Murray, das Zeug dazu hat er. Der Brite wird den Top Drei ebenso kein ruhiges Leben gönnen wie der Argentinier Juan Martin del Potro. Nach dem US-Open-Gewinn hat der Argentinier noch das Finale des "World Tour Masters" erreicht, ist da aber Nikolaj Dawydenko unterlegen. Der von Ronny Leitgeb gemanagte Russe war schon einmal in den Top Drei, dahin will er zurück.
Henin will es wieder wissen
Bei den Damen steht vorerst alles im Bann des Comebacks der Belgierin Justine Henin. Knapp ein halbes Jahr nach der Rückkehr ihrer Landsfrau Kim Clijsters auf die Tennis-Bühne mit dem US-Open-Titel als Höhepunkt will es ihr die 27-Jährige gleichtun. Die ehemalige Nummer eins fühlt sich stärker als in ihrer ersten, im Frühjahr 2008 beendeten Karriere. Sie hat nächste Woche in Brisbane wie in Sydney und Melbourne eine Wildcard.
Hauptgegnerin von Clijsters und Henin dürfte Serena Williams sein. Die US-Amerikanerin reist als Titelverteidigerin nach Melbourne, hat dort im Zweijahresrhythmus schon insgesamt viermal triumphiert. Demnach wäre sie erst wieder 2011 an der Reihe. Ihr ältere Schwester Venus stand zuletzt im Schatten der Weltranglisten-Ersten, verzichtet als Einzige aus den Top Ten auf ein Antreten bei der Melbourne-Generalprobe in Sydney.
Für die Ranking-Zweite Dinara Safina kann das Ziel nicht bloß "Rückkehr an die Spitze" lauten. Angesichts der bisherigen und auch neuen Konkurrenz ist es aber fraglich, ob sie ihren ersten Grand-Slam-Titel erreicht. Da schon eher die Dänin Caroline Wozniacki, die erst 19-Jährige erreichte bei den US Open 2009 ihr erstes Major-Endspiel. Ihr ist am ehesten zuzutrauen, Clijsters, Henin und die Williams-Schwestern zu fordern.
(apa/red)
