Schlierenzauer siegt im Neujahrs-Springen:
Weltcupsieg Nummer 27 für den Überflieger
- Loitzl sorgt für ÖSV-Doppelsieg vor Simon Ammann
- Kofler bleibt als Tagesvierter Tournee-Gesamtführer

·Mit Bauchweh zum Triumph in Garmisch
Schlierenzauer über seinen Erfolg im Interview
·Kofler "überfliegt"
die Garmisch-Quali
ÖSV tritt beim Neujahrs-
Springen vollzählig an
Österreichs Ski-Adler drücken der 58. Vierschanzen-Tournee weiterhin ihren Stempel auf. Nach dem Auftaktsieg von Andreas Kofler in Oberstdorf war am Neujahrstag Gregor Schlierenzauer der große Sieger in Garmisch-Partenkirchen. Der 19-jährige Tiroler gewann mit Weiten von 136,5 und 137,5 Metern und 277,7 Punkten vor dem vor einem Jahr siegreichen Wolfgang Loitzl sowie dem Schweizer Simon Ammann.
Für den ÖSV bedeutete dies bereits den dritten Sieg in Folge zum Jahresauftakt, Schlierenzauer hatte auch 2008 gewonnen. In der Tournee-Gesamtwertung führt freilich weiterhin Kofler, der am Freitag auf Platz vier landete, mit 537,1 Punkten 19,2 Zähler vor Tournee-Titelverteidiger Loitzl und 24,6 vor Janne Ahonen. Schlierenzauer liegt als Fünfter 30,6 Punkte hinter Kofler, Morgenstern ist Sechster mit nur 1,2 Zählern mehr Rückstand.
Schlierenzauer, der das Dutzend an ÖSV-Siegen in Garmisch-Partenkirchen voll machte, ist damit der zweite Österreicher nach Andreas Felder, der den Tournee-Auftakt zweimal gewonnen hat. Für den nunmehr 27-fachen Weltcup-Sieger bedeutet dies nach einer überstandenen Magen-Darm-Erkrankung viel. "Neues Jahr, neues Glück", meinte ein überglücklicher Schlierenzauer. "Das war ein Traumtag. Dass ich nach der Krankheit so zurückkommen bin, verdanke ich auch dem Arzt Dr. Lotz."
Dass es für Schlierenzauer alles andere als selbstverständlich war, bekräftigte folgende Aussage zu seiner Erkrankung. "Es war schon sehr schlimm. Die Magenkrämpfe waren so stark, dass ich teilweise nicht einmal in die Hocke gegangen bin", sagte der Überflieger, der für den fünften ÖSV-Tournee-Tagessieg en suite gesorgt hat.
"Gratulation an alle, sensationell"
"Gratulation an alle, sensationell. Da gibt es nichts zu bemängeln, wenn man so das Jahr anfängt. Es war heute nicht leicht, weil es sehr weit gegangen ist", freute sich auch Cheftrainer Alexander Pointner, dem seine Springer einmal mehr am Neujahrstag ein perfektes Geburtstagsgeschenk machen konnten. Pointner lobte freilich auch Loitzl, der rechtzeitig zur Tournee weiter zulegen konnte: "Nach dem letztjährigen Sieg hier hat er das Gefühl wieder hergenommen, er ist wieder beeindruckend gesprungen, auch 20er waren wieder dabei, so wie es sich für den Neujahrstag gehört."
Die Stärke der österreichischen Mannschaft wurde auch im Neuen Jahr eindrucksvoll bestätigt. Sechs ÖSV-Adler in den Top 12, Morgenstern landete als Neunter unmittelbar vor Stefan Thurnbichler, Martin Koch wurde Zwölfter. Das rot-weiß-rote Team hat damit zur Tournee-Halbzeit vor den Heim-Bewerben in Innsbruck am Sonntag bzw. Bischofshofen am 6. Jänner gleich mehrere Trümpfe zum Gesamtsieg in der Hand. Aus internationaler Sicht sind nur noch Ahonen und Ammann in Schlagdistanz zu den Österreichern.
Kofler unzufrieden und zuversichtlich
Für Tourneeleader Kofler lief es zwar nicht ganz nach Wunsch, aber er hat nach wie vor beste Chancen auf seinen ersten Tournee-Sieg. "Das war nicht das Highlight, ich habe ein paar kleine Fehler gemacht, daher darf ich nicht zufrieden sein. Aber ich habe nur 0,6 Punkte auf Loitzl verloren, da brauche ich nicht jammern, denn ich bin gut in Form", freute er sich am Ende doch. "Ich genieße es. Jetzt kommen die Heimschanzen, da fühle ich mich besonders wohl, vor allem mit dem Publikum im Rücken. Da werden wir es schon schaukeln."
Ähnlich sah es auch Pointner. "Da haben wir das beste Gefühl, wir sind bestens vorbereitet. Garmisch war der Wackelpunkt vom Wind her (Innsbruck hat ja ein Windnetz-Anm.). Jetzt kommen wir nach Hause, die Fans unterstützen uns, wir freuen uns darauf."
(apa/red)
