Was für ein toller Ausklang des Jahres!
Marlies Schild "kann noch schneller fahren"
- Lienz-Siegerin spitzt nun auf Slalom-Weltcup-Kristall
- Kathrin Zettel macht im Gesamt-Weltcup Boden gut

·Schild lässt in Lienz alle ganz alt aussehen
Gewinnt Slalom klar.
Zettel auf drittem Platz
·Weltcup-Stände der Damen 2009/2010
So steht es in der Einzel- und der Gesamtwertung
Mit einer Glanzleistung durch Marlies Schild im Slalom von Lienz, der zugleich den ersten Sieg in einem technischen Bewerb für Österreichs alpine Ski-Damen in der Olympiasaison bedeutete, klang das Jahr 2009 und damit Teil eins im Rennen um die Weltcupkugeln aus. Im Gesamtweltcup hat Kathrin Zettel trotz Knieverletzung nach den Rängen fünf (Riesentorlauf) und drei (Slalom) mit nun 489 Zählern auf dem Konto viel Boden auf Lindsey Vonn (594) und Maria Riesch (549) gutgemacht.
Riesch und Vonn schieden im Riesentorlauf aus und kamen im Slalom über die Ränge 14 bzw. 18 nicht hinaus. Während die deutsche Torlauf-Weltmeisterin nach dem ersten Frust meinte "Neues Jahr, neues Glück", freute sich ihre Freundin aus den USA auf ein paar Tage zum Auskurieren der beim Sturz am Montag zugezogenen Handgelenksverletzung und gratulierte Teamkollegin Sarah Schleper. Die Mutter eines Buben erreichte mit Rang fünf das beste Weltcupergebnis seit dem Slalomsieg im März 2005 auf der Lenzerheide.
Schild "kann noch schneller fahren"
In den technischen Spezialwertungen liegen nach jeweils vier Rennen Österreicherinnen an der zweiten Stelle und damit auf Kristall-Tuchfühlung. Im Riesentorlauf hat Zettel 16 Punkte Rückstand auf die Deutsche Kathrin Hölzl, die in der Dolomitenstadt am Montag ihren zweiten Weltcupsieg erreicht hat, im Slalom rückte Schild Kugelverteidigerin Riesch bis auf 23 Punkte nahe. Und geht es nach Cheftrainer Herbert Mandl, dann wird die Salzburgerin um ihre dritte Spezialtrophäe nach 2007 und 2008 kämpfen: "Ich denke, sie kann noch schneller, noch lockerer fahren."
Schild hatte bei ihrem ersten Sieg seit ihrer schweren Verletzung 1,83 Sekunden Vorsprung auf die französische Zweitplatzierte Sandrine Aubert. Wie sie diese Deklassierung erklärt? "Ich weiß es nicht. Ich muss mich bei den Ärzten, Therapeuten, bei meinen Konditionstrainern und den Trainern vom ÖSV bedanken. Vor allem auch beim Stefan Bürgler, der sehr viel mit mir allein trainiert hat. Und natürlich auch bei meiner Familie, die es nicht immer leicht gehabt hat mit mir im letzten Winter. Ab und zu war ich nicht so gut drauf. Und bei Bennis Familie und beim Benni natürlich auch", zählte die 28-Jährige auf.
Auf nach Zagreb
Benjamin Raich musste sich mit Gratulationen gedulden, hatte seine Lebensgefährtin ihr Mobiltelefon doch im Hotelzimmer gelassen. Für das neue Jahr, in das sie im Pitztal hineinrutschen wird, wünscht sich Schild in erster Linie, "gesundzubleiben. Dann ist alles okay im Privat- und im Sportlerleben." Schon am Sonntag geht es mit dem Slalom in Zagreb weiter. Vor den Olympischen Spielen im Februar warten auf die Gewinnerin von fünf WM- und zwei Olympia-Medaillen noch die Torläufe in Flachau (12. Jänner) und Maribor (17. Jänner).
Für das Team von Mandl war der Schild-Sieg der zweite einer seiner Läuferinnen in der Saison 2009/2010, zuvor hatte in Lake Louise Elisabeth Görgl den Super-G gewonnen.
(apa/red)
